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Reportage

IS-Terrorist in Brandenburger Flüchtlingsheim festgenommen

Von Thomas Breithaupt · · 4 Min. Lesezeit

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IS-Terrorist lebte in Brandenburger Flüchtlingsheim
Der in Brandenburg festgenommene Syrer Hamza C. ist über die Türkei und Griechenland nach Deutschland eingereist. (Screenshot: YouTube/The Guardian)

Am Donnerstag wurde der 27-jährige Syrer Hamza C. in einem Flüchtlingsheim in Bliesdorf bei Wriezen (Märkisch-Oderland) festgenommen. Er sollte mutmaßlich für den Islamischen Staat einen Terroranschlag verüben.

IS-Terrorist lebte in Brandenburger Flüchtlingsheim
Der in einem Brandenburger Flüchtlingsheim festgenommene Syrer Hamza C. ist mit dem Migrantenstrom über die Türkei und Griechenland nach Deutschland eingereist. (Screenshot: YouTube/The Guardian)

Am Donnerstag sind in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg drei Syrer festgenommen worden. Sie wollten für den Islamischen Staat (IS) einen Terroranschlag in Düsseldorf begehen. Laut Bundesanwaltschaft ist einer der drei mutmaßlichen Terroristen in Brandenburg festgenommen worden.

Flüchtlingsheim bei Wriezen (Märkisch-Oderland)

Der 27-jährige Hamza C. lebte in einer Flüchtlingsunterkunft in Bliesdorf bei Wriezen (Märkisch-Oderland) im Oderbruch. Die Festnahme fand am Donnerstagvormittag in dem Flüchtlingsheim statt, berichtet der rbb. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) bestätigte die Festnahme.

Der Vorfall zeige, „dass die abstrakte Gefährdung in Deutschland nach wie vor hoch ist, zeigt aber auch, dass die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden in Europa ihre Früchte trägt. Denn dass es hier zu Festnahmen gekommen ist, ist das Ergebnis einer langen und gemeinsamen Observation“, so der Minister.

Zwei weitere mutmaßliche IS-Anhänger wurden ebenfalls am Donnerstag in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg gefasst. Alle drei Männer werden in Karlsruhe beim Bundesgerichtshof (BGH) einem Ermittlungsrichter vorgeführt, der über die Untersuchungshaft entscheidet.

Die drei Syrer sollten mutmaßlich im Auftrag des Islamischen Staats einen Terroranschlag in der Düsseldorfer Altstadt begehen. Einer von ihnen soll außerdem in Syrien eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet haben.

Landrat Gernot Schmidt

Der in Brandenburg festgenommene Mann ist seit September 2015 im Landkreis Märkisch-Oderland gemeldet, sagte Landrat Gernot Schmidt (SPD). „Über fünf Monate hat er keine Geldleistungen bezogen, hatte also den Landkreis verlassen und ist jetzt wieder zu uns gekommen und ist dann verhaftet worden.“ Das Asylverfahren sei noch nicht abgeschlossen.

Ein vierter Verdächtiger ist der 25 Jahre alte Saleh A. Er sitzt laut Bundesanwaltschaft in Frankreich in Untersuchungshaft und hat die Ermittler auf die Spur der anderen Terrorverdächtigen gebracht.

Nach bisherigen Ermittlungen schlossen sich Saleh A. und der in Brandenburg festgenommene Hamza C. im Frühjahr 2014 in Syrien dem IS an. Dort erhielten sie den Auftrag, in der Düsseldorfer Altstadt einen Anschlag zu verüben.

Sprengwesten, Gewehre, Sprengsätze

Zwei Selbstmordattentäter sollten jeweils eine Sprengweste zünden. Dann sollten weitere Attentäter möglichst viele Passanten mit Gewehren und weiteren Sprengsätzen töten. Mit diesem Ziel seien Saleh A. und Hamza C. über die Türkei und Griechenland nach Deutschland gereist.

Spätestens im Januar 2016 hätten Saleh A. und Hamza C. dann den Beschuldigten Mahood B. überzeugt, sich an dem Anschlag zu beteiligen. Heute wurde der 25-Jährige in Nordrhein-Westfalen festgenommen, so die Bundesanwaltschaft.

Im Januar 2016 habe Saleh A. Kontakt zu Abd Arahman A. K. Kontakt aufgenommen. Der 31-Jährige war nach ersten Ermittlungen im Oktober 2014 im Auftrag der IS-Führung nach Deutschland gereist, um sich an dem geplanten Anschlag zu beteiligen. „Konkret sollte er die erforderlichen Sprengwesten herstellen“, heißt es.

Abd Arahman A. K. hatte laut Bundesanwaltschaft bereits im Jahr 2013 in Syrien für die ausländische terroristische Vereinigung Jabhat al-Nusra Sprenggürtel und Granaten gebaut. Die Terrorpläne endeten, „weil sich Saleh A. am 1. Februar 2016 in Paris gegenüber den französischen Strafverfolgungsbehörden offenbarte“.

Seitdem sitzt der 25-jährige Saleh A. in Frankreich in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft bemüht sich um seine Auslieferung. Die Behörde sagte, es lägen „keine Hinweise dafür vor, dass die Beschuldigten bereits mit der Umsetzung ihres Anschlagsplanes konkret begonnen hatten“.

Ebenso besteht nach Angaben der Süddeutschen Zeitung kein Zusammenhang zu einer weiteren Festnahme in Herne im Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen. Dort hatte ein Spezialeinsatzkommando am Donnerstag einen Syrer festgenommen, der zu Silvester einen Sprengstoffanschlag im Raum Berlin geplant haben soll.

Der 25-Jährige wurde aber nach kurzer Zeit wieder auf freien Fuß gesetzt teilte Landeskriminaldirektor Dieter Schürmann am Donnerstag im Innenausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags mit. Sichergestellte Handys und Speichermedien werden jedoch noch ausgewertet.

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Thomas Breithaupt

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