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Islamischer Staat bekennt sich zu Terroranschlag in Hamburg

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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IS Terroranschlag Hamburg Terrorgefahr
Der mysteriöse Mord an der Alster in Hamburg war möglicherweise ein Terroranschlag des Islamischen Staats. (Screenshot: YouTube)

Der Islamische Staat hat sich zu einem Terroranschlag in Hamburg bekannt. Noch ist unklar, ob tatsächlich der IS dahinter steckt. Doch der Bundesverfassungsschutz erwartet derzeit in jedem Falle eine wachsende Terrorgefahr.

Zwei Wochen lang rätselte die Polizei, warum der 16-jährige Victor sterben musste. Dieser hatte am 16. Oktober gegen 22 Uhr mit seiner fünfzehnjährigen Freundin am Alsterufer nahe der Kennedybrücke gesessen. Dann näherte sich plötzlich ein Mann und stach mit einem Messer mehrmals auf Victor ein. Dann schubste er dessen Freundin ins Wasser und verschwand.

Die Freundin konnte sich ans Ufer retten. Sie alarmierte die Rettungskräfte und versuchte ihrem Freund zu helfen. Doch der schwer verletzte Victor starb kurz darauf in einer Hamburger Klinik. Die Kriminalpolizei suchte nach einem 23 bis 25 Jahre alten Südländer, der zur Tatzeit einen braunen Pulli und eine blaue Jeans sowie einen Dreitagebart getragen hatte.

IS bekennt sich zu Terroranschlag in Hamburg

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Nun gibt es die erste Spur. Der Islamische Staat hat sich am Samstag über seine Nachrichtenagentur „Amaq“ zu dem Terroranschlag bekannt. „2 Personen wurden von einem Soldaten des Islamischen Staates am 16. Oktober in Hamburg erstochen. Die Operation wurde als Antwort auf die Rufe zum Angriff auf Bürger der Koalitionsstaaten ausgeführt“, zitiert die Bild aus der Meldung.

Unklar ist, warum die Islamisten sowohl in ihrer deutschen als auch in ihrer englischen Meldung von zwei getöteten Personen sprechen. Möglicherweise wurden Medienberichte über den Mord falsch ins Arabische übersetzt und dann vom Islamischen Staat als Terroranschlag für sich beansprucht.

Aber der Angriff würde zur Strategie des Islamischen Staats passen. Kämpfer verbreiten Terror, indem sie im Westen wahllos Zivilisten töten. Das Ziel ist, dass sich niemand mehr irgendwo sicher fühlen kann.

Verfassungsschutz erwartet steigende Terrorgefahr

Unabhängig davon, ob der Islamische Staat hinter dem mysteriösen Mord in Hamburg steckt oder nicht, stellt sich der Bundesverfassungsschutz derzeit auf eine wachsende Terrorgefahr in Deutschland ein.

Denn die irakische Armee versucht zurzeit, die Millionenstadt Mossul von den Islamisten zurückzuerobern. Zudem wollen die Westmächte die wichtigste syrische IS-Hochburg Rakka einnehmen. Daher wollen IS-Anhänger möglicherweise in Europa mit Anschlägen Unterstützung leisten.

„Das wollen wir verhindern, und wir stellen uns auch entsprechend auf, damit es auch verhindert werden kann“, sagte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen im Deutschlandfunk.

Allerdings könne man derzeit noch nicht beobachten, dass IS-Kämpfer wegen der Lage im Irak und Syrien verstärkt nach Deutschland zurückkehren. Das könne daran liegen, dass gerade die ausländischen Kämpfer bereit sind, bis zur letzten Patrone zu kämpfen und einen „Märtyrertod“ zu sterben.

Ausreisen in das Kampfgebiet stagnieren

Von Sommer 2014 bis August dieses Jahres seien die Ausreisen in die Kampfgebiete des Islamischen Staats deutlich angestiegen. Doch in den letzten Monaten habe es eine Stagnation gegeben.

„Mein Eindruck ist, derzeit ist das Kampfgeschehen in Syrien, Irak nicht so attraktiv für die Dschihadisten aus Deutschland, oder es ist zu gefährlich, dort hinzukommen“, sagte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz.

Zunehmend würden sich junge Frauen oder Mädchen dem Islamischen Staat zuwenden. „Mittlerweile sind es schon fast 20 Prozent der Syrienreisenden, die junge Frauen oder Mädchen sind“, so Hans-Georg Maaßen.

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