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Reportage

Arbeitgeber fordern Zuwanderer gegen Fachkräftemangel

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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Ingo Kramer erwerbsfähige Zuwanderer Fachkräftemangel
Ingo Kramer warnt, dass die Computerspezialisten nicht Schlange stehen, um nach Deutschland einzuwandern.

Arbeitgeberchef Ingo Kramer warnt vor einem Fachkräftemangel. Es müssten mehr Frauen und Ältere arbeiten und die Jüngeren besser qualifiziert werden. Zusätzlich benötige Deutschland bis 2030 drei Millionen erwerbsfähige Zuwanderer.

Ingo Kramer erwerbsfähige Zuwanderer Fachkräftemangel
Ingo Kramer warnt, dass die Computerspezialisten nicht Schlange stehen, um nach Deutschland einzuwandern.

Bis zum Jahr 2030 sind laut Berechnungen der Arbeitgebervereinigung drei Millionen neue Zuwanderer im erwerbsfähigen Alter nötig. Nur so könnten die Wettbewerbsfähigkeit und der deutsche Sozialstaat erhalten werden.

„2030 werden wir nach den Prognosen schon sechs Millionen Erwerbsfähige weniger haben als heute“, sagte Arbeitgeberchef Ingo Kramer der Rheinischen Post. „Zwei, drei Millionen Erwerbstätige können wir hoffentlich aus eigenen Ressourcen durch mehr Erwerbstätigkeit von Frauen und Älteren sowie bessere Qualifizierung von Jüngeren rekrutieren.“

Ingo Kramer fordert drei Millionen Zuwanderer

Für die restliche Lücke von rund drei Millionen brauche Deutschland mehr systematische Zuwanderung, die sich am Arbeitsmarkt orientiert. Doch davor scheue die Politik wegen der Flüchtlingskrise zurück. Damit entspreche sie nicht den Interessen der deutschen Wirtschaft.

Je früher wir anfangen, den Menschen zu erklären, dass wir spätestens ab 2030 nicht nur ein gravierendes Problem mit der Rente haben werden, sondern auch mit der Pflege, mit der Krankenversicherung, mit der Infrastruktur, ja mit der gesamten Volkswirtschaft, gewinnt die Zuwanderung mehr gesellschaftliche Akzeptanz.

Zuwanderung muss am Bedarf ausgerichtet sein

Zuwanderung sei „keine Frage von Ober- oder Untergrenze, sondern von Bedarf“, sagt Arbeitgeberchef Ingo Kramer. Deutschland stehe international in einem harten Wettbewerb um Fachkräfte. Die Computerspezialisten stünden nicht Schlange, um nach Deutschland einzuwandern.

Union und SPD konnten sich bislang nicht auf ein Einwanderungsgesetz einigen, das die Zuwanderung gezielt nach dem Fachkräftebedarf richtet. In den Parteien ist die Rede davon, dass einige zehntausend Migranten pro Jahr durch ein Einwanderungsgesetz zuwandern. Es würden aber hunderttausende benötigt.

Laut Prognose des Statistischen Bundesamtes würde die erwerbsfähige Bevölkerung bis 2060 selbst dann um ein Fünftel schrumpfen, wenn jährlich netto 200.000 Ausländer einwandern würden. Dieses Jahr beantragen voraussichtlich rund 200.000 Migranten Asyl in Deutschland, wovon jedoch die wenigsten Fachkräfte sind.

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