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Reportage

Krankenkassen wollen hunderte Kliniken schließen

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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Nach Ansicht der gesetzlichen Krankenkassen gibt es in Deutschland zu viele Kliniken. Dadurch wäre das Gesundheitssystem unnötig teuer.

Nach Ansicht der gesetzlichen Krankenkassen könnte man in Deutschland mehrere hundert Kliniken schließen. Auch ohne diese könnten die Bürger noch innerhalb von 30 Minuten ein Krankenhaus der Grundversorgung erreichen.

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Nach Ansicht der gesetzlichen Krankenkassen gibt es in Deutschland deutlich zu viele Kliniken. Dadurch wäre das Gesundheitssystem unnötig teuer.

Deutschland verfügt über gut 1.100 Krankenhäuser, die mindestens eine Grundversorgung bieten, sowie über zahlreiche Spezialkliniken. Doch nach Ansicht der gesetzlichen Krankenkassen könnte man hunderte Kliniken schließen. Dadurch müssten die Patienten noch nicht einmal längere Fahrtzeiten bis zum nächsten Krankenhaus in Kauf nehmen.

So erreichen heute 99 Prozent der Bevölkerung das nächste Krankenhaus der Grundversorgung innerhalb von 30 Minuten, sagte de Klinikexperte Dr. Wulf-Dietrich Leber vom GKV-Spitzenverband. Die Hälfte der Einwohner habe sogar zehn oder mehr Kliniken zur Auswahl, die er in 30 Minuten erreichen könnte.

Laut Wulf-Dietrich Leber erreichen die Bürger ein deutsches Krankenhaus im Durchschnitt in etwa elf Minuten. Dies sei ein klarer Hinweis darauf, dass man gar nicht alle Kliniken braucht, um eine gute Versorgung der Menschen sicherzustellen.

Hunderte Kliniken könnten geschlossen werden

Die von der Bundesregierung beschlossene Krankenhausreform verfolgt unter anderem das Ziel, überflüssige Kliniken oder einzelne Abteilungen abzubauen oder umzuwandeln. Für die Reform steht ein Strukturfonds mit einer Milliarde Euro bereit, die je zur Hälfte aus der Reserve des Gesundheitsfonds und von den Bundesländern stammt.

Für die Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung wird eine Pkw-Fahrzeit bis zum nächsten Krankenhaus von 30 Minuten zugrunde gelegt. Nach diesem Kriterium könnten „mehrere hundert“ Kliniken geschlossen werden, zitiert das Handelsblatt den GKV-Experten Wulf-Dietrich Leber.

Nach Ansicht des Experten wird die Qualität der Notfallversorgung durch weniger Einrichtungen sogar besser. In Berlin etwa sei es heute schwierig, parallel an 40 Standorten eine gleichgute Versorgung aufrechtzuerhalten. Mit weniger Einrichtungen werde dies besser gelingen.

Der GKV-Spitzenverband schaltete am Donnerstag im Internet einen Kliniksimulator, der die Entfernung von rund 80.000 Wohnbezirken zum nächsten Krankenhaus anzeigt. Dabei kann simuliert werden, wie sich die Fahrtzeit zu einem Krankenhaus verändert, wenn eine Einrichtung wegfallen würde.

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