Reportage
4,5 Mio. Haushalte säumig beim Rundfunkbeitrag
Ende letzten Jahres waren rund 4,5 Millionen Haushalte in Deutschland in einem Mahnverfahren zum Rundfunkbeitrag. Sie haben die geforderten 17,50 Euro pro Monat zu spät oder gar nicht gezahlt.

Die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag zur Finanzierung der staatlichen Sender sind im vergangenen Jahr auf 7,978 Milliarden Euro gesunken. Das waren rund 153 Millionen Euro weniger als 2015, wie der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio am Mittwoch in Köln mitteilte.
Einer der Gründe für den Rückgang der Einnahmen sei die gestiegene Zahl an armen Menschen, die vom Rundfunkbeitrag befreit werden. Aktuell beträgt der Rundfunkbeitrag pro Haushalt 17,50 Euro im Monat. Auf diese Höhe ist er bis 2020 festgelegt. Dann könnte er steigen – oder fallen.
Denn ab 2018 hat das ZDF nicht mehr die Free-TV-Rechte an der Champions League. Im Juni 2015 verloren ARD/ZDF die Rechte an den Olympischen Spielen von 2018 bis 2024 an Discovery. Und 2013 wechselten die TV-Rechte der WM- und EM-Qualifikationsspiele der deutschen Nationalmannschaft zu RTL.
Auch andere Großereignisse wie die Handball-WM mit Deutschland als Europameister und die Eishockey-WM in Köln waren auf den staatlichen Sendern zuletzt nicht mehr zu sehen.
Insgesamt gab es im letzten Jahr rund 44,87 Millionen Beitragskonten. Davon waren zum Ende des Jahres rund zehn Prozent in einem Mahnverfahren. Zudem war wiederum etwa ein Drittel der Mahnverfahren in der Vollstreckung. Dies ist die letzte Stufe.
Es gebe jedoch „keine systematische Welle der Beitragsverweigerer“, zitiert die Rheinische Post den Geschäftsführer Wolf. Oft werde einfach nicht pünktlich zum Termin gezahlt.
Im Oktober 2016 berichteten wir über Kathrin Weihrauch aus Brandenburg, die den Rundfunkbeitrag nicht gezahlt hatte, weil sie die öffentlich-rechtlichen Sender gar nicht genutzt hatte. Der alleinerziehenden Mutter drohte Beugehaft. Doch schließlich wurde die Haftandrohung zurückgezogen.


