Reportage
Grünen-Chefin Simone Peter verhasst wie nie zuvor
Nie zuvor ist Simone Peter so viel Hass entgegengeschlagen wie nach ihrer Kritik an der Kölner Polizei. Im Internet gab es sogar Beleidigungen und Drohungen gegen die Grünen-Chefin. Dagegen solle ihr nun die Polizei zu Hilfe kommen.

Simone Peter will, dass die Polizei nun gegen diejenigen Personen vorgeht, von denen sie beleidigt und bedroht wurde. (Screenshot: YouTube)
Grünen-Chefin Simone Peter hat nach ihren kritischen Äußerungen über den Polizeieinsatz in der Kölner Silvesternacht offenbar nicht nur viel sachliche und unsachliche Kritik erfahren, sondern auch Beleidigungen und Drohungen.
„Wut klingt noch zu harmlos. Ich habe eine solche Hasswelle noch nie zuvor erlebt“, sagte Simone Peter der Bild am Sonntag. Es habe viele persönliche Beleidigungen bis hin zu Morddrohungen gegeben. „Gegen einige werde ich auch strafrechtlich vorgehen.“ Man dürfe es nicht tolerieren, dass jemand einen anderen Menschen hasst.
Die Grünen-Chefin hatte zum Polizeieinsatz zu Silvester in Köln gesagt, es stelle sich die Frage nach der Verhältnis- und Rechtmäßigkeit, wenn so viele Menschen allein wegen ihres Aussehens festgehalten würden. Zudem kritisierte sie den Gebrauch des Begriffes „Nafris“ für nordafrikanische Intensivtäter durch die Polizei auf Twitter.
Der grüne Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer hatte die Äußerungen seiner Parteichefin kritisiert. Wenn bei den Grünen der Eindruck entstünde, dass sie eher die Täter vor Kontrollen schützen wollen als Frauen vor Übergriffen, so werde das die Partei viele Stimmen kosten.
Simone Peter hält ihre Kritik an der Kölner Polizei nun im Nachhinein offenbar für ungeschickt. Sie hätte wohl erst mal die grünen Freunde in Nordrhein-Westfalen kontaktieren sollen, „um sich ein Bild zu verschaffen“, sagt sie. An einen Rücktritt habe sie aber „keine Minute“ gedacht.
Die Grünen-Chefin verwies auf die jüngsten Polizeimeldungen, wonach die kontrollierten Personen zum großen Teil gar keine Nordafrikaner waren. Die Polizei hat also tatsächlich Unrecht gehabt, als sie von hunderte „Nafris“ sprach.
Der Vorwurf sei falsch, sie unterstelle der Polizei pauschal Rassismus. Die Grünen forderten seit Langem eine „gut ausgestattete Polizei“. Mit Blick auf die CDU meint sie, dass es nichts nutzt, Gesetze zu verschärfen, dies zeige „der Fall des Terroristen Anis Amri“.


