Reportage
Familiennachzug nach Deutschland nimmt Fahrt auf
Seit Jahresbeginn werden jeden Monat rund 10.000 Anträge auf Familiennachzug bewilligt. Doch die große Welle kommt erst ab März 2018. Denn dann dürfen rund 390.000 Syrer ihre Familien nach Deutschland holen.

Die Zahl der von Deutschland erteilten Visa zur Familienzusammenführung hat in den letzten anderthalb Jahren deutlich zugenommen. Dies berichtet die BILD unter Berufung auf Sicherheitskreise
Demnach wurden von Januar 2015 bis Ende Juni 2017 über das Visumverfahren weltweit rund 230.000 Anträge auf einen Familiennachzug nach Deutschland bewilligt. Und die Zahlen sind immer weiter angestiegen:
- Im Jahr 2015 wurden rund 70.000 Anträge bewilligt.
- Im Jahr 2016 waren es rund 100.000 Anträge bewilligt.
- Im ersten Halbjahr 2017 wurden rund 60.000 Anträge bewilligt.
Mehr als 102.000 Einreise-Erlaubnisse über den Familiennachzug gingen in den letzten 30 Monaten allein an Syrer. Im Jahr 2015 waren es rund 24.000 Visa, im Jahr 2016 rund 48.000 und im ersten Halbjahr dieses Jahres rund 30.000.
Eine interne Prognose der deutschen Sicherheitsbehörden sagt für das laufende Jahr eine Verdreifachung der erteilten Familiennachzugs-Visa für Syrer und Iraker zum Jahr 2015 voraus. Bis zum Jahresende werden es demnach rund 72.000 Erlaubnisse sein.
Laut dem BILD-Bericht geht die Bundesregierung vor allem bei Syrern von einem starken Anstieg der Anträge auf Familiennachzug aus. In einem internen Papier heißt, dass derzeit rund 267.500 Syrer berechtigt wären, ihr Familienangehörige nach Deutschland zu holen.
Doch die große Welle kommt demnach erst ab März 2018. Denn dann erhalten voraussichtlich 120.000 weitere Syrer das Anrecht auf Familiennachzug, das bisher ausgesetzt ist. Im Frühjahr 2018 dürften allein rund 390.000 Syrer ihre Familien nach Deutschland holen.
Die Zahl von 230.000 erteilten Nachzugs-Visa ist laut dem Papier deshalb so niedrig, weil man die „Antragsflut zum Familiennachzug“ nicht so schnell bearbeiten kann. Daher gebe es an deutschen Auslandsvertretungen lange Wartezeiten von derzeit bis zu 16 Monaten.


