Reportage
Estland fordert Nato-Truppen zum Schutz gegen Russland
Der estnische Premier Taavi Roivas fordert, dass Nato-Truppen im Baltikum ständig präsent sind. Nötig sei jeweils ein Bataillon in Estland, Lettland und Litauen.

Eigentlich hat sich die Nato dazu verpflichtet, in den osteuropäischen Mitgliedsländern keine größeren Verbände dauerhaft zu stationieren. Doch nun fordert Estlands Premier Taavi Roivas eine ständige Anwesenheit von Nato-Truppen im Baltikum.
„Abschreckung muss die neue Normalität sein“
Zum Schutz gegen Russland brauche man eine durchgängige Präsenz von jeweils einem Bataillon der Nato in Estland, Lettland und Litauen. „Es darf keine Lücken geben. Abschreckung muss die neue Normalität sein“, sagt er der Zeitung „Die Welt“ vom Donnerstag.
Beim Nato-Gipfel im Juli in Warschau will das transatlantische Militärbündnis beschließen, dass seine Truppen regelmäßige Übungen in den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen abhalten.
Estland will ständige Nato-Präsenz im Baltikum
Zwar geht dies nach Ansicht von Estlands Premier Taavi Roivas „in die richtige Richtung“. Er glaube aber, dass weitere Vereinbarungen nötig sind. Die Kontingente dürften aber nicht rotieren, sondern dauerhafte Einrichtungen aufbauen und „ständig präsent“ sein.
Die früheren baltischen Sowjetrepubliken Estland, Lettland und Litauen sehen sich durch die Ukraine-Krise bedroht, ganz besonders seit der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014.


