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Reportage

Erstmals Buh-Rufe in CDU-Hochburg gegen Merkel und Henkel

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Erstmals gab es gestern auf dem Kranoldplatz in der CDU-Hochburg Lichterfelde-Ost Pfiffe, Buh-Rufe und Merkel-muss-weg-Rufe beim Auftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innensenator Frank Henkel (Screenshot: rbb aktuell)
Erstmals gab es gestern auf dem Kranoldplatz in der CDU-Hochburg Lichterfelde-Ost Pfiffe, Buh-Rufe und Merkel-muss-weg-Rufe beim Auftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innensenator Frank Henkel (Screenshot: rbb aktuell)
Erstmals gab es gestern auf dem Kranoldplatz in der CDU-Hochburg Lichterfelde-Ost Pfiffe, Buh-Rufe und Merkel-muss-weg-Rufe beim Auftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innensenator Frank Henkel (Screenshot: rbb aktuell)
Erstmals gab es gestern auf dem Kranoldplatz in der CDU-Hochburg Lichterfelde-Ost Pfiffe, Buh-Rufe und Merkel-muss-weg-Rufe beim Auftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innensenator Frank Henkel (Screenshot: rbb aktuell)

Am Sonntag, dem 18. September 2016, wählt Berlin ein neues Parlament. Nach den Umfragen liegen sage und schreibe noch 5 Parteien dicht beieinander. Der Ausgang ist also offen. Um so spannender ist es auf der Zielgeraden des Wahlkampfes. Gestern veranstaltete als erste große Partei die CDU ihre Abschlusskundgebung, morgen folgt die SPD. In normalen Jahren wäre es einfach nur eine Selbstverständlichkeit, dass da die CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel auftritt. Nach der Flüchtlingskrise ist das durchaus aber auch ein Statement.

Eigentlich ist der Kranoldplatz mit einem über 100 Jahre alten Wochenmarkt (immer mittwochs & samstags 7 – 14 Uhr) in Berlin Lichterfelde-Ost eine Hochburg der CDU. Und eigentlich wollte die Berliner CDU dort mit dem eigenen Schlager „Wir sind die Hauptstadt, die Metropole an der Spree“ ordentlich feiern und Mut machen. Doch gestern hatten Angela Merkel und der Berliner CDU-Spitzenkandidat Innensenator Frank Henkel dort vor 2.000 Menschen gegen Pfiffe und Buh-Rufe zu kämpfen. Und gegen „Merkel muss weg“-Rufe. Die eigenen Unterstützer hielten dagegen mit „Angie, Angie“-Rufen. Oder: „Wir schaffen das!“

Frank Henkel richtete sich in seiner Rede gleich gegen die Krawallrufer vor der Bühne. Henkel: „Ich, meine Damen und Herren, kann keine Partei ertragen, die Rassisten an ihrer Spitze duldet. Die zum Beispiel gegen unsere deutsche Nationalmannschaft mit einer beispiellosen Hetze agiert. Und die offensichtlich in ihrem Spitzenpersonal überhaupt kein Problem hat, bei dem Gedanken an der Grenze auf Kinder und Frauen zu schießen. Pfui Deibel kann ich nur sagen.“

Und dann betonte Frank Henkel die Erfolge der vergangenen fünf Jahre, griff den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) an, bezeichnete ihn als SPD-Wohnungsbausenator, der 2011 zu spät erkannt habe, dass neue Wohnungen gebaut werden müssen. Betonte, wie viel die CDU für die innere Sicherheit erreicht habe.

Und dann die Kanzlerin. Als sie ans Pult trat, wurden die Buh-Rufe noch einmal lauter. Auch die „Angie, Angie“-Rufe wurden noch einmal lauter.

Auch die Kanzlerin richtete sich in ihrer Mut-Mach-Rede gegen die Provokateure von Rechts. Angela Merkel: „Es gibt heute Menschen auf allen Seiten des politischen Spektrums, die glauben, wenn man provoziert, wenn man schmissige Parolen hat, kurze Sprüche, dann würden sich die Probleme von alleine lösen. Das ist nicht der Fall. Und deshalb brauchen wir eine starke politische Mitte in Berlin. Und dafür steht die Christlich Demokratische Union der Hauptstadt, meine Damen und Herren.“

Angela Merkel lobte Frank Henkel für die vergangenen fünf Jahre. Und für die Politik der Berliner CDU. Merkel: „Es reicht in einer Politik für Menschen nicht aus zu wissen, wer schuld ist. Es reicht nicht aus, nur zu wissen, wogegen man ist. Sondern wir brauchen Lösungen. Gute Lösungen, die unsere Gesellschaft zusammenhalten. Ältere und Jüngere, diejenigen, die schon lange bei uns leben, mit denen, die jetzt zu uns gekommen sind. Zusammenhalt der Gesellschaft. Das ist das Credo der bürgerlichen Mitte und der Christlich Demokratischen Union. Und des Spitzenkandidaten Frank Henkel. Und dafür herzlichen Dank.“

Es war diesmal kein Heimspiel für die Berliner CDU und Angela Merkel. Selbst in ihrer Hochburg mussten sie sich  behaupten gegen Buh-Rufe. Rund 50 Personen waren vor Ort, die Angela Merkel die Rote Karte zeigten. Manche wurden von der Polizei abgeführt. Angela Merkel und Frank Henkel hielten dagegen, warben für eine Stimme am kommenden Sonntag für die CDU.

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