Reportage
Erdogan will beim Sturm auf Mossul mitmachen
Irakische Truppen und kurdische Peschmerga-Kämpfer haben die Großoffensive auf Mossul gestartet, die letzte Hochburg des Islamischen Staats im Irak. Doch nun besteht der türkische Präsident Erdogan darauf mitzukämpfen.

In der Nacht zu Montag hat die irakische Armee mit Unterstützung der kurdischen Peschmerga eine Offensive auf Mossul begonnen. Die Millionenstadt nahe der Grenze zur Türkei ist die letzte Hochburg des Islamischen Staats im Irak. Doch nun besteht Recep Tayyip Erdogan auf einer Teilnahme türkischer Truppen an der Offensive.
„Wir werden bei der Operation dabei sein, wir werden am Tisch sitzen, es ist nicht möglich, dass wir außen vor bleiben“, zitiert ihn die FAZ. Auf dem internationalen Juristenkongress am Montag in Istanbul warnte der türkische Präsident zudem: „Wir sind nicht verantwortlich für mögliche Konsequenzen einer Operation, an der die Türkei nicht teilnimmt.“
Deutschland unterstützt die Peschmerga
Die kurdischen Peschmerga-Kämpfer werden unter anderem von der Bundeswehr ausgebildet. Zudem hat die Bundesregierung ihnen Waffen geliefert, darunter Panzerabwehrraketen vom Typ „Milan“, Panzerfäuste sowie mehr als 20.000 Sturmgewehre und Munition.
Die Peschmerga-Kämpfer sagten am Montagmorgen, dass sie sieben Dörfer rund 40 Kilometer östlich der Stadt eingenommen haben und weiter auf die IS-Hochburg Mossul vorrücken. Laut kurdischem Generalkommando beteiligen sich rund 4.000 Peschmerga an dem Angriff auf Mossul.

Erdogan will türkische Truppen im Irak belassen
Iraks Premier Haidar al-Abadi sagte in einer Fernsehansprache, 2016 werde das Jahr sein, in dem der Islamische Staat besiegt werde. Er forderte die Bürger der sunnitisch geprägten Millionenstadt Mossul dazu auf, mit den irakischen Streitkräften zu kooperieren. Bei seinem Einmarsch in Mossul im Juni 2014 hatte der IS Rückhalt unter der Bevölkerung gefunden.
Von Mossul aus überrannte der IS damals weite Teile des Iraks. Allerdings hat er inzwischen viele dieser Gebiete wieder verloren. Nur im Nachbarland Syrien beherrscht die sunnitische Terrormiliz weiterhin große Landstriche. Doch auch dort steht der IS unter Druck.
Die Türkei ist gegen den Willen der irakischen Regierung in das Land einmarschiert und hat in Baschika nahe Mossul Soldaten stationiert, die dort die Peschmerga und sunnitische Milizen ausbilden. Der Irak fordert weiterhin den Abzug der türkischen Soldaten. Doch Erdogan sagte am Montag: „Niemand soll von uns erwarten, dass wir Baschika verlassen.“


