Reportage
Erdogan: „Kein Europäer wird mehr sicher sein“
Der türkische Präsident Erdogan fordert von den Staaten Europas mehr Respekt gegenüber der Türkei. „Wenn ihr euch weiterhin so benehmt, wird morgen kein einziger Europäer […] sicher und beruhigt einen Schritt auf die Straße setzen können.“
Am Mittwoch bei einer Veranstaltung für Journalisten in Ankara hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Regierungen Europas dazu aufgefordert, ihr bisheriges Verhalten gegenüber seinem Land einzustellen und dies mit einer Warnung verbunden.
„Wenn ihr euch weiterhin so benehmt, wird morgen kein einziger Europäer, kein einziger Westler auch nur irgendwo auf der Welt sicher und beruhigt einen Schritt auf die Straße setzen können“, zitiert die Welt den türkischen Staatschef.
Bereits am Dienstag hatte Erdogan eine Neuausrichtung der Beziehungen zur Europäischen Union angekündigt. Die EU sei „faschistisch“ und „grausam“. Zudem erinnere ihn die Lage in Europa an die Situation vor dem Zweiten Weltkrieg, sagte Erdogan.
Zugleich übte er Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel, weil diese die Niederlande im Streit mit der Türkei über Auftrittsverbote türkischer Minister in Rotterdam unterstützt habe. „Du bist also auf der Seite Hollands? Gut. Und ich bin auf der Seite meines Volkes und des Rechts.“
Mit Blick auf den inhaftierten deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel sagte Erdogan: „Niemals werden wir Zugeständnisse vor jenen machen, die sich Medienvertreter nennen, aber Aktivismus für Terrororganisationen betreiben oder für ausländische Dienste spionieren.“
Aus dem Verfassungsreferendum am 16. April werde im Hinblick auf die Beziehungen zur EU eine völlig neue Türkei hervorgehen, sagte Erdogan. Unter der neuen Verfassung soll der Präsident weitreichende Machtbefugnisse erhalten.


