Reportage
Tausend Afrikaner attackieren Grenze zu Spanien
Mehr als tausend Afrikaner haben die Grenze der spanischen Enklave Ceuta angegriffen. Die Angreifer waren mit Metallstäben, Drahtscheren und Steinen ausgerüstet und extrem gewalttätig. Ein Grenzbeamter verlor ein Auge.

Rund 1.100 Schwarzafrikaner haben in der Nacht zum Sonntag die Grenze der spanischen Exklave Ceuta zu Marokko in Nordafrika gestürmt. Dabei verletzten sie 50 Mitglieder der marokkanischen Sicherheitskräfte und fünf spanische Polizisten.
Die Angreifer aus dem südlichen Afrika waren „extrem gewalttätig“, zitiert die Welt die spanischen Behörden. Die Afrikaner hätten Metallstäbe, Drahtscheren und Steine eingesetzt. Einen der Beamten verletzten sie so sehr, dass er ein Auge eingebüßte.
Fernsehaufnahmen zeigen, wie ein Afrikaner vom ersten Zaun herunterklettert und sich im Zwischenraum zum zweiten Zaun hinlegt. Ein spanischer Polizist reicht ihm eine Flasche Wasser. Dann bringt man ihn auf die marokkanische Seite des Grenzzauns zurück.
Rund hundert Angreifern gelang es zwischenzeitlich, auf den ersten Grenzzaun zu klettern. Doch die Sicherheitskräfte konnten den Ansturm abwehren. Die beiden sechs Meter hohen Zäune und ein Netz aus Stahlkabeln dazwischen ermöglichen die Verteidigung, ohne die Angreifer zu töten.
Immer wieder versuchen Afrikaner, an den Grenzen von Ceuta und Melilla in das Gebiet der Europäischen Union einzudringen. Die beiden spanischen Exklaven haben die einzigen EU-Außengrenzen in Afrika.
In der Nähe der beiden Gebiete leben Zehntausende Afrikaner meist aus Ländern südlich der Sahara. Sie hoffen auf eine Gelegenheit, die Grenze zu überwinden. Den Spaniern gelingt es nicht immer, sie davon abzuhalten. Im April konnten sie nicht verhindern, dass 101 Angreifer spanisches Gebiet erreichten.
Spanien hat im Zuge der Flüchtlingskrise ein Gesetz erlassen, wonach die Polizei die Annahme von Asylgesuchen verweigern kann. Sogenannte Menschenrechtsorganisationen fordern daher regelmäßig von den UN und der EU, Druck auf Spanien auszuüben, damit Afrikaner dort Asyl beantragen können.


