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Cem Özdemir hat Angst vor türkischen Taxifahrern

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Cem Özdemir türkischstämmige Taxifahrer
Türkischstämmige Taxifahrer in Berlin haben Cem Özdemir beschimpft und beleidigt. (Screenshot: YouTube)

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir hat sich bei der Berliner Taxi-Innung darüber beschwert, dass türkischstämmige Taxifahrer ihn beschimpfen, beleidigen und aggressiv werden. So etwas dürfe es in Deutschland nicht geben.

Cem Özdemir türkischstämmige Taxifahrer
Türkischstämmige Taxifahrer in Berlin haben Cem Özdemir beschimpft und beleidigt. (Screenshot: YouTube)

Auch Abgeordnete des Bundestages fahren in Berlin öfters mit dem Taxi. Doch dabei haben türkischstämmige Parlamentarier, die der türkischen Regierung kritisch gegenüberstehen, zuletzt Probleme. Denn oft sitzt ein türkischer Nationalist am Steuer und erkennt den Politiker. Dann gibt es Beschimpfungen, Beleidigungen oder sogar aggressives Verhalten.

Dem Grünen-Politiker Cem Özdemir reicht es nun. Er hat vor Weihnachten einen Brief an die Berliner Taxi-Innung und den Taxi-Verband Berlin-Brandenburg geschrieben. Darin schildert er seine Erfahrungen mit rabiaten türkischen Taxifahrern in Berlin und fordert die Innung auf, etwas dagegen zu tun.

Besonders heftig wurde es offenbar, nachdem der Bundestags im Juni 2016 beschlossen hatte, den Völkermord der Türken an den Armeniern und anderen christlichen Minderheiten um das Jahr 1915 als solchen zu bezeichnen und zu verurteilen. Viele regierungstreue Türken reagierten wütend darauf, auch in Berlin.

Damals „wurde mir sowohl vom Bundeskriminalamt als auch einigen Berliner Taxifahrern abgeraten, weiterhin Transfers mit dem Taxi wahrzunehmen“, zitiert die Welt aus dem Schreiben von Cem Özdemir an die an die Berliner Taxi-Innung und den Taxi-Verband Berlin-Brandenburg.

Auch schon vor der Armenien-Resolution sei er von alevitischen und kurdischen Taxifahrern gewarnt worden, sagt der Grünen-Politiker. „Sie erzählten mir, da gibt’s Fahrer, die sagen, ich mach den kalt. Oder: Ich spucke dem ins Gesicht.“

Cem Özdemir erzählt von einer Fahrt, bei der er mit seinem kleinen Sohn im Taxi saß. Als ihn der Taxifahrer auf den zweiten Blick erkannt habe, sei er losgerast. „Er wollte zeigen, wie wütend es ihn macht, einen ‚Verräter’ im Taxi zu haben.“

Nach Ansicht des Grünen-Politikers sollte die Taxi-Innung ihren Fahrern deutlich machen, dass so etwas in Deutschland nicht gehe. „Ich verlange nicht, dass sie ihren Mund halten.“ Ein Taxifahrer könne ihm ruhig seine Meinung sagen, solle ihn aber nicht beleidigen.

Die Innung des Berliner Taxigewerbes hat auf Cem Özdemirs Beschwerde reagiert. „Solche Vorfälle sind schrecklich und nicht akzeptabel“, sagt ihr Vorsitzender Leszek Nadolski. Er bemühe sich um ein persönliches Gespräch mit dem Abgeordneten. „Das schadet nicht nur unserem Gewerbe, sondern auch der Stadt.“

Zwar könne die Innung Fehlverhalten ihrer Kollegen ahnden. Doch höchstens die Hälfte der Berliner Taxifahrer sei in einem Verband organisiert, und davon repräsentiere seine Innung wiederum nur etwa zehn Prozent.

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Thomas Breithaupt

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