Reportage
Cem Özdemir: Sachsen hat ein Problem mit Rechtsradikalismus

In der Nacht zum Sonntag legten in Bautzen Unbekannte einen Brand in einem früheren Hotel, das zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut wurde. Es wurde niemand durch das Feuer verletzt. Grünen-Chef Cem Özdemir will den Rechtsradikalismus in Sachsen nun zur Chefsache machen.
Rund 20 bis 30 Schaulustige beobachteten das Feuer in Bautzen und die Löscharbeiten. Einige waren laut Polizei angetrunken und zeigten „unverhohlene Freude“. Drei Schaulustige hätten die Löscharbeiten behindert. Zwei Schaulustige wurden vorübergehend festgenommen, weil sie sich Platzverweisen widersetzten.
„Das sind keine Menschen, die so etwas tun. Das sind Verbrecher“, zitiert die Frankfurter Allgemeine den sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU). Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, sprach von einem „rassistischen Mob“.
Cem Özdemir will Sachsen zur Chefsache machen
Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir sagte: „Die ganze Welt weiß es, dass es in Sachsen ein Problem gibt mit Rechtsradikalismus. Das gab es schon zu DDR-Zeiten. Das kann man nachlesen. Und das muss jetzt endlich zur Chefsache gemacht werden.“
Bautzens parteiloser Oberbürgermeister Alexander Ahrens sagte im ARD-Morgenmagazin, dass es nicht nur in Sachsen „viel zu viel geistige Brandstiftung“ gebe, etwa von der AfD.


