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Bundeswehr „erschrocken“ über die hohe Zahl an Migranten

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Bundeswehr „erschrocken“ über die hohe Zahl an Migranten
Seit Beginn ihres Einsatzes im Juni letzte Jahres haben deutsche Soldaten rund 14.000 Migranten aus Seenot gerettet. (Screenshot: YouTube/Bundeswehr)

Nach Angaben eines Sprechers ist die Bundeswehr „erschrocken“ über die hohe Zahl der Migranten, die derzeit aus Libyen kommt. An manchen Tagen falle es den Marine-Soldaten schwer, alle Migranten aus Seenot zu retten.

Bundeswehr „erschrocken“ über die hohe Zahl an Migranten
Seit Beginn ihres Einsatzes im Juni letzte Jahres haben deutsche Soldaten rund 14.000 Migranten aus Seenot gerettet. (Screenshot: YouTube/Bundeswehr)

Bei den vielen Notrufen kommt die Bundeswehr manchmal kaum noch hinterher. Die steigende Zahl von Booten mit Migranten zwischen Libyen und Italien bringt die Truppe an manchen Tagen an ihre Kapazitätsgrenze.

„Wir sind ein bisschen erschrocken über die große Zahl derjenigen, die jetzt, wo das Wetter stabil ist, aus Libyen kommen“, zitiert Zeit Online einen Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr.

Bundeswehr hat 14.000 Migranten aus Seenot gerettet

Als die Fregatte Karlsruhe am Mittwoch mit rund 250 geretteten Migranten an Bord in Richtung Brindisi unterwegs war, kam ein weiterer Notruf. Eine italienische Einheit habe sich dann dieses zweiten Schlepperbootes angenommen. Das zweite deutsche Schiff in der Region, der Einsatzgruppenversorger Frankfurt am Main, lag zu diesem Zeitpunkt im Hafen von La Spezia.

Nach Angaben des Bundeswehrsprechers ist die neue libysche Regierung in Tripolis ein guter Partner bei der EU-Operation Sophia. Gelegentlich erhalte man von dort Informationen. Zudem seien zuletzt einige Boote der libyschen Küstenwache unterwegs gewesen, um Schlepperboote zu stoppen oder um Migranten aus Seenot zu retten.

Bereits vor einem Monat hatte ein anonymer Marine-Offizier gesagt, dass die Bundeswehr wegen der Rettung von Migranten „am absoluten Limit“ ist. Die Belastung sei extrem. Einige seiner Leute seien schon für das ganze schon komplett verplant. Für die Marine-Soldaten sind 250 Tage auf hoher See im Jahr 2016 durchaus normal.

Die Bundeswehr beteiligt sich seit Juni 2015 an der EU-Operation Sophia. Sie soll südlich von Italien Migranten aus Seenot retten und Schleusernetzwerke aufklären. Seit Beginn ihres Einsatzes haben deutsche Soldaten rund 14.000 Migranten aus Seenot gerettet. Diese stammen fast ausschließlich aus Staaten südlich der Sahara. So läuft eine Rettung ab:

Hunderttausende Menschen warten auf die Überfahrt

Der Initiator der Flüchtlingshilfsorganisation Sea Watch Harald Höppner sagt: „Nach offiziellen Schätzungen befinden sich momentan Hunderttausende Menschen in nordafrikanischen Ländern, vorwiegend Libyen, und warten auf die Überfahrt nach Europa.“ Die Sea Watch 2 habe in den vergangenen Wochen mehrere Hundert Menschen aus Seenot gerettet.

„Bei anhaltend gutem Wetter erwarten wir einen massiven Verkehr an Flüchtlingsbooten von Libyen aus“, sagte Harald Höppner. Die Dunkelziffer an ertrunkenen Migranten sei vermutlich weitaus höher als die offiziellen Zahlen. Denn Boote, die nicht gefunden werden, würden auch nicht registriert.

Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) sind in den ersten fünf Monaten dieses Jahres mehr als 190.000 Migranten über das Mittelmeer nach Europa gekommen, knapp 156.000 nach Griechenland und rund 34.000 nach Italien. Insgesamt 1.375 Migranten gelten als vermisst oder tot.

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