Reportage
Berlins Verwaltung bekommt die ersten Unisex-WCs

In der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen werden am kommenden Dienstag vier „WCs für alle Geschlechter“ eingerichtet, teilte die Behörde am Mittwoch mit und hofft, dass nun ganz Berlin mitmacht. Die bisherige Damen- und Herrentoiletten werden in geschlechterneutrale Toiletten umgewandelt.
Die Behörde begründet das Ende der getrennten WCs für Männer und Frauen damit, dass das Urinieren für trans- und intergeschlechtliche Menschen zu den größten Problemen im Alltagsleben gehöre. Denn dabei könne es zu einer Vielzahl diskriminierender und ausgrenzender Erlebnisse kommen, so die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen den Schritt.
Die Eröffnung der vier Unisex-WCs ist für Dienstag, den 24. November vorgesehen. Die Senatsverwaltung sieht sich als Vorbild und hofft auf Nachahmer. „Ich wünsche mir, dass auch in anderen Verwaltungsbereichen, in privaten Unternehmen und im Rest der Gesellschaft diesem Beispiel gefolgt wird“, zitiert die Berliner Morgenpost Staatssekretärin Barbara Loth.
Loth will bei der Eröffnung der Unisex-Toiletten zudem eine Studie mit dem Titel „Diskriminierungspotentiale gegenüber trans- und intergeschlechtlichen Menschen im deutschen Recht“ vorstellen.
Darin soll gezeigt werden, dass die Registrierung von Geschlecht als entweder „männlich“ oder „weiblich“ im Lebensverlauf von trans- und intergeschlechtlichen Menschen zu zahlreichen Verletzungen der Grund- und Menschenrechte führt.


