Reportage
Mehr Berliner Haushalten wird der Strom abgestellt
Im letzten Jahr wurde 17.800 Berliner Haushalten der Strom abgestellt, weil sie ihre Stromrechnungen nicht bezahlt hatten. Das ist ein Anstieg um 15 Prozent. Die Linke setzt sich dafür ein, Stromsperren zu erschweren.

Weil sie ihre Rechnung nicht bezahlt hatten, wurde im vergangenen Jahr mehr als 17.800 Berliner Haushalten der Strom abgestellt. Das sind 15 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor, wie aus der Antwort der Wirtschaftsverwaltung auf eine Anfrage der Linke-Fraktion hervorgeht.
Im Schnitt mussten die säumigen Zahler 32 Tage lang auf Strom verzichten, also ohne Herd, Kühlschrank, Telefon, Internet und teils auch ohne warmes Wasser verzichten. Auch beim Gas gab im letzten Jahr es 2.100 Unterbrechungen für säumige Kunden. Das waren rund 100 weniger als im Jahr zuvor.
Betroffen von den Stromsperrungen sind oftmals Hartz-IV-Bezieher. Der Linken-Abgeordnete Michael Efler sagte, die Sperren sollten wenn schon nicht verboten, so aber zumindest nur nach behördlicher Genehmigung erfolgen dürfen.
„Nur so kann sichergestellt werden, dass besonders schutzbedürftigen Haushalten mit Kindern, Schwangeren und auf die Stromversorgung angewiesenen Kranken nicht der Strom abgestellt wird“, zitiert die Berliner Morgenpost den Linken-Politiker.
Die Linken-Abgeordnete Stefanie Fuchs verweist auf die gestiegenen Strompreise. „Der im Hartz-IV-Regelsatz vorgesehene Anteil für Strom reicht nicht aus, um die Kosten zu decken“, sagte sie. Oft würden sich die Zahlungsrückstände über Monate oder Jahre anhäufen.
Bei den durch Vattenfall beauftragten Sperrungen hatten die säumigen Kunden im vergangenen Jahr Rückstände von durchschnittlich 628 Euro. Bei den Gaskunden des Grundversorgers waren es im Schnitt 971 Euro.


