Reportage
Berlins Asylheime sind auf den Ramadan eingestellt
Während des Fastenmonats Ramadan wollen die muslimischen Migranten nur nachts essen. Entsprechend verlegen Berlins Asylheime die Essenszeiten. Zu einem späten Abendessen gehören Suppe, Joghurt, Energieriegel und Datteln

Heute beginnt der Ramadan, die spirituelle Zeit des Fastens und nächtlichen Feierns für Muslime. In den nächsten 29 Tagen wird auch in Berlin vom Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang gefastet. Das erste Gebet wird um kurz nach 3 Uhr in der Nacht gesprochen, das letzte Gebet um kurz vor 23 Uhr.
Spezieller Essensplan zum Ramadan
Das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) hat daher den Betreibern von Asylheimen zu einem speziellen Essenplan geraten.
Die Muslime, die fasten wollen, sollen ein spätes Abendessen bekommen. Dazu gehörten neben einer Suppe auch Joghurt, Energieriegel und Datteln, zitiert die Berliner Zeitung Regina Kneiding, Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit.
In den Hangars des Flughafens Tempelhof leben derzeit mehr als 1.000 Migranten aus Syrien, Afghanistan, Irak und der Republik Moldau. Hier will der Betreiber Tamaja eine Gebetsecke einrichten. Abendbrot gibt es für Fastende erst zwischen 21 und 23:30 Uhr. Das Frühstück werde schon ab 1 Uhr in der Nacht ausgegeben.
Während einerseits viele Muslime in Frieden fasten wollen, droht andererseits der Islamische Staat dem Westen mit neuen Anschlägen im Fastenmonat Ramadan. Das BKA warnt etwa vor Anschlägen während der Fußball-EM.
Allen muslimischen Mitbürgern wünsche ich einen gesegneten und friedvollen #Ramadan. pic.twitter.com/Ex8yNlzWFU
— Steffen Seibert (@RegSprecher) June 5, 2016


