Reportage
Angela Merkel will Grenze zu Griechenland offenhalten

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich trotz der anhaltenden Flüchtlingskrise gegen eine Grenzschließung zwischen Mazedonien und Griechenland ausgesprochen. Ein Schließung der Grenze zu Griechenland wäre ihrer Ansicht nach unsolidarisch gegenüber den Griechen und auch nicht zielführend.
„Einfach in Mazedonien, das gar kein EU-Mitglied ist, einen Schutzzaun zu bauen, ohne uns darum zu kümmern, in welche Notlage das Griechenland brächte, das wäre nicht nur kein europäisches Verhalten, sondern löste auch unsere Probleme nicht“, sagte Angela Merkel der Stuttgarter Zeitung.
Es stimme zwar, dass Griechenland die EU-Außengrenzen nicht ausreichend schützt, so die Bundeskanzlerin. Doch man müsse dem Land dem helfen. Griechenland dürfe nicht aus dem Schengen-Raum ausgeschlossen werden. „Das wäre eine schwerwiegende Rückentwicklung der Europäischen Union“, sagte Angela Merkel.
Visegrad-Gruppe will Grenze zu Griechenland sichern
Die vier EU-Länder Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn, die sich in der Visegrad-Gruppe zusammengeschlossen haben, trafen sich am Montag, um Schritte in Richtung einer Sicherung der mazedonischen Grenze zu Griechenland zu verabreden. Denn ab Donnerstag werden die EU-Staats- und Regierungschefs auf einem Gipfeltreffen in Brüssel über die Flüchtlingskrise beraten.
Angela Merkel hat bereits gesagt, dass sie auch nach dem EU-Gipfel an ihrer bisher erfolglosen Politik festhalten wolle, wonach die Zahl der Flüchtlinge vor allem durch eine Bekämpfung der Fluchtursachen verringert werden soll. „Ich sehe keinen Grund, die grundsätzliche Herangehensweise zu ändern“, sagte die Bundeskanzlerin.


