Reportage
Alkoholkranke müssen für Migranten ihr Heim räumen

Bis Ende Januar müssen 33 wohnungslose, alkoholkranke Männer ihr Heim verlassen, das „Gästehaus Moabit“. Denn der Eigentümer hat einen neuen Betreiber für das Heim gefunden, der Zuwanderer unterbringen will und daher doppelt so viel Miete zahlen kann.
Neuer Betreiber des „Gästehaus Moabit“ ist nach Angaben des Bezirksamts Mitte die Firma Gikon. Diese bietet Wohnheimplätze an und beherbergt dort „Flüchtlinge“. Mit Zuwanderern kann man wesentlich mehr Geld verdienen, als mit alkoholkranken Männern. Denn die Vorgaben zur Belegung mit Asylbewerbern sind weniger streng.
Alkoholkranke bringen weniger Geld
Die alkoholkranken Männer hatten im „Gästehaus Moabit“ Anspruch auf Einzelzimmer. Die Zuwanderer können immer zu dritt in einem Zimmer untergebracht werden. Statt 33 Männern wie bisher könnten dann also insgesamt rund 100 Zuwanderer hier wohnen.
Die Bezahlung erfolgt pro Kopf und Tag. Zuwanderer bringen einem Betreiber also dreimal so hohe Einnahmen wie Alkoholkranke. Das ist der Grund dafür, dass der neue Betreiber des Heims mehr Miete zahlen kann. Nach Informationen des Tagesspiegels zahlt er dem Eigentümer die doppelte Miete.
Der zuständige grüne Sozialstadtrat von Mitte, Stephan von Dassel, sucht nun nach einer Ersatzunterkunft für die alkoholkranken Männer. Ihnen droht die Obdachlosigkeit. Er überlegt, das „Gästehaus Moabit“ vorübergehend zu beschlagnahmen. Doch die rechtlichen Hürden dafür sind hoch.
Der Zustrom hunderttausender Ausländer beansprucht den Sozialstaat stark und führt zu einem Verteilungskampf mit denjenigen Einheimischen, welche die sozialstaatlichen Ressourcen zuvor für sich allein hatten und nicht mit den Zuwanderern teilen mussten.
Damit beide Gruppen zufrieden sein können, müssen nach Ansicht des Bündnisses gegen Zwangsräumungen einfach mehr Mittel bereitgestellt werden. Das Bündnis will heute am Rande der Bezirksverordnetenversammlung Mitte gegen die Schließung des Heims protestieren.


