Reportage
Tausende Menschen demonstrieren gegen Abtreibungsgesetz in Polen
- Menschen in Europa demonstrieren gegen Abtreibungsgesetz in Polen (Foto: Screenshot,
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Europa demonstriert gegen Abtreibungsgesetz in Polen
Sie trugen alle schwarze Kleidung. In vielen polnischen und weiteren europäischen Städten gingen die Menschen auf die Straße. Sie demonstrierten gegen das Abtreibungsgesetz in Polen, welches den Abbruch einer Schwangerschaft in jeden Fall verbieten soll. Polnische Frauen bekamen auch Unterstützung aus Berlin und Paris.
In ganz Europa gingen die Menschen für Polen auf die Straßen. Allein ein der Warschauer Innenstadt demonstrierten 22.000 Menschen gegen das Gesetz. Auch in Breslau, Krakau, Posen und Stettin versammelten sich die Menschen, um eine Nachricht an die polnische Politik zu senden.
Auch in Berlin, Brüssel und Paris gingen Menschen aus Solidarität für die polnischen Frauen auf verschiedene Kundgebungen. Das geplante Abtreibungsgesetz in Polen ist ein Schritt rückwärts – Fraueninitiativen auf der ganzen Welt riefen zum Widerstand dagegen auf. Soziale Medien waren voll mit dem „schwarzen Protest“, dem Motto der Demonstration. Fast alle Demonstranten zeigten sich demnach in schwarzer Kleidung und machten so Eindruck auf der ganzen Welt, schreibt Die Zeit.
Eu-Parlament diskutiert heute über das Gesetz
Auch die Fraktion der Sozialdemokraten im EU-Parlament zeigten ihre Unterstützung. Sie versammelten sich auf den Straßen in Straßburg mit dem Ziel, die polnischen Frauen in ihrem Grundrecht zu unterstützen. Heute Nachmittag soll das Thema auch diskutiert werden, im Parlament ist dafür extra Zeit gemacht worden.
Soziale Medien waren seit Montag voll mit den Hashtags #CzarnyProtest (Schwarzer Protest) und #BlackMonday (Schwarzer Montag). Tausende Posts und Tweets haben die Nachricht um die Welt geschickt. Das Abtreibungsgesetz bekam innerhalb von zwei Tagen extrem viel Gegenwind aus aller Welt; gerade in Europa werden die Rechte von Frauen oft mit viel Medientrubel verteidigt. Und das oft mit Erfolg.
Frauenrechtler und moderne Weltansichten stehen hierbei gegen die Meinung der katholischen Kirche. Sie wirbt weiterhin für ein Abtreibungsgesetz, dass den Abbruch einer Schwangerschaft gesetzlich verbieten will. Erzbischof von Tschenstochau (Czestochowa), Waclaw Depo, antwortete auf die Demonstration mit einer Messe: zum „Schutz des Lebens“ sollen Abtreibungen verboten werden.
Gesetz muss noch verabschiedet werden
Das geplante Gesetz liegt gerade beim zuständigen Ausschuss. Abgeordnete im Sejm, die zweite Kammer der polnischen Nationalversammlung, müssen das Abtreibungsgesetz noch absegnen. Polen ist kurz davor, ein extremes Gesetz zu verabschieden.
Wenn das Gesetz in Kraft tritt, müssten Frauen eine hohe Strafe für eine Abtreibung zahlen. Solange das Leben der Frau nicht in Gefahr sei, stehen fünf Jahre Haft auf eine Abtreibung. Eine lange Zeit für etwas, das in vielen anderen europäischen Ländern völlig legal ist.
Mit diesem Abtreibungsgesetz verschärft Polen seine ohnehin schon strengen Auflagen. Aktuell können Frauen ihre Schwangerschaft nur in drei Fällen abbrechen: wenn das Leben oder die Gesundheit der Mutter auf dem Spiel steht, wenn sie vergewaltigt worden ist oder wenn eine schwere Schädigung des Kindes im Mutterleib festgestellt wurde.


