Reportage
US-Armee verdreifacht Truppenstärke in Ansbach
Bei der 12. Heeresflieger-Kampfbrigade im fränkischen Ansbach verdreifachen die US-Streitkräfte ihr Personal und die Zahl ihrer Helikopter. Die Bürgerinitiative „Etz langt’s“ spricht von einer „tradierten Besatzer-Mentalität“.

Die 12. Heeresflieger-Kampfbrigade der US-Armee ist in den Standpunkten Ansbach-Katterbach und Illesheim bei Bad Windsheim zuhause. Weil das US-Militär seine Präsenz an der Nato-Ostflanke verstärken will, wird die Kampfbrigade nun erneut verstärkt. Es geht um eine Verdreifachung der Truppenstärke.
Bereits im Frühjahr dieses Jahres kamen rund 450 amerikanische Soldaten und 25 Helikopter vom Typ Black Hawk aus dem US-Bundesstaat Georgia nach Illesheim. Die Kampfbrigade verfügt derzeit außerdem über 24 Apache-Kampfhubschrauber und neun Chinook-Transporthelikopter.
Die 12. Heeresflieger-Kampfbrigade verdreifacht Truppenstärke
Doch nach Plänen des Pentagon soll die Zahl der Soldaten bei der 12. Heeresflieger-Kampfbrigade schon im kommenden Jahr in Westmittelfranken von 1.000 auf 3.000 erhöht werden, berichtet nordbayern.
Auch eine entsprechende Anzahl an Hubschraubern soll dann aus den USA nach Ansbach verlegt werden. Laut Auftrag sollen sie die Nato-Truppen unterstützen und mit den Verbündeten gemeinsame Manöver etwa im Baltikum oder in Bulgarien und Rumänien abhalten.
Hintergrund ist die militärische Strategie der sogenannten „Rotationseinheiten“, welche die zuvor dort abgezogenen normalen Brigaden ersetzen sollen. „Rotationseinheiten“ werden ohne familiären Anhang für jeweils neun Monate aus den USA nach Europa verlegt.
Kritiker sprechen von „Besatzer-Mentalität“
Kritiker befürchten nun wieder mehr Flugübungen in Westmittelfranken. Die Bürgerinitiative „Etz langt’s“ rechnet mit einer „massiven Mehrbelastung durch Fluglärm und Abgase“. Ansbach dürfe nicht zum Spielball von Militärinteressen werden. Die Initiative sprach von einer „tradierten Besatzer-Mentalität“.
Die US-Armee beobachtet ihre Kritiker offenbar genau. Im April hatten die Amerikaner den Tierpfleger Udo Frank Hochreuter hinter Gitter gebracht. Dieser ist ein Kritiker der US-Kaserne Ansbach und kämpft seit Jahren in einer Bürgerinitiative gegen die Lärmbelästigung durch Militärhubschrauber.


