Berlin Journal

Magazin · Berlin

Reportage

Nach Sex-Angriffen: Taz fordert Einhaltung des Pressekodex

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

Teilen: X · E-Mail

Daniel Bax fordert Einhaltung des Pressekodex
Daniel Bax erinnert seine Journalisten-Kollegen an den Pressekodex. (Screenshot: TV.Berlin)
Daniel Bax fordert Einhaltung des Pressekodex
Daniel Bax erinnert seine Journalisten-Kollegen an den Pressekodex. (Screenshot: TV.Berlin)

Daniel Bax ist Inlandsredakteur bei der Tageszeitung Taz aus Berlin. Er muss zugeben, dass „Pegida und andere Rechtspopulisten“ schon lange genau davor gewarnt haben, was in der Silvesternacht in Köln nun tatsächlich geschehen ist: Eine Horde Männer arabischer Herkunft ist über deutsche Frauen hergefallen, um sie sexuell zu belästigen oder sogar zu vergewaltigen.

Doch Daniel Bax spricht lieber nicht von „Nordafrikaner und Arabern“, sondern von einer „Gruppe von Kriminellen“, die das Chaos vor dem Kölner Hauptbahnhof ausgenutzt hätten. Und der Taz-Redakteur kritisiert, dass ein zunehmender Teil der Journalisten sich nicht mehr an die journalistischen Standards hält, wonach man Nationalität oder Herkunft nicht nennen soll.

„Im Pressekodex, den sich die im Deutschen Presserat zusammen geschlossenen Medien einmal freiwillig und aus gutem Grund auferlegt haben, heißt es dazu, die Nennung der Religion oder Herkunft der Täter sei nur dann erwähnenswert, wenn es einen unmittelbaren Zusammenhang mit der Tat gebe.“

Laut dem selbst auferlegten Pressekodex müssen Journalisten nämlich beachten, „dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte“. Doch nach Ansicht von Taz-Redakteur Daniel Bax werden diese Standards längst nicht mehr eingehalten. Auch seriöse Medien seien „dazu übergegangen, die Herkunft von Straftätern offensiv zu benennen“.

Daniel Bax: Schuld ist das Internet

Daniel Bax kritisiert, dass sich die Journalisten dem „Druck der rechten Gegenöffentlichkeit aus dem Netz“ beugen. Doch der Taz-Radakteur weiß, dass er vorerst verloren hat. „Denn in Zeiten von sozialen Medien und Internet ist es ohnehin eine Illusion zu glauben, bestimmte Informationen ließen sich außen vor lassen“, schreibt er.

Damit hat Daniel Bax sicherlich Recht. Ohne das Internet wären Informationen wie zum Beispiel der Erlebnisbericht des Türstehers Ivan Jurcevic über die Kölner Silvesternacht (Video unten) wohl niemals an die Öffentlichkeit gelangt. Doch anders als die Taz sind wir beim Berlin Journal darüber nicht betrübt, sondern froh. Fakten und Informationen sind nun einmal notwendig, um Lösungen zu finden.

Comments

comments

Berlin · Araber · Daniel Bax · Deutscher Presserat · Islam · Ivan Jurcevic · Journalismus · Journalisten · Köln · Kriminalität · Lügenpresse · Migranten · Minderheiten · Pressekodex · Silvesternacht · TAZ · Vorurteile · Zuwanderer

Weiterlesen

Alle Beiträge →

Newsletter

Berlin und die Wirtschaft in einem Brief

Die wichtigsten Geschichten aus Berlin, Deutschland und der Wirtschaftswelt — kompakt im Postfach.

Jederzeit abbestellbar. Kein Spam.