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Reportage

Wohnungsnot in Deutschland: macht die Politik etwas falsch?

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Wohnungsnot in Deutschland: macht die Politik etwas falsch? (Foto: Michael)
Wohnungsnot in Deutschland: macht die Politik etwas falsch? (Foto: Michael)

In den meisten deutschen Städten suchen die Menschen verzweifelt nach einer Wohnung. In München zum Beispiel: da bewerben sich tatsächlich 70 Bewerber für eine einzige Bleibe. Manch einer macht die Politik für die Wohnungsnot in Deutschland verantwortlich.

Wohnungsnot in Deutschland: macht die Politik etwas falsch? (Foto: Michael)
Wohnungsnot in Deutschland: macht die Politik etwas falsch? (Foto: Michael)

Wohnungsnot in Deutschland

Die deutsche Politik versucht es ja. Es wird eine Reform nach der anderen verabschiedet, bei denen ein Laie kaum mithalten kann. Man möchte das altbekannte Problem lösen, doch der Politik mag es einfach nicht gelingen. Und es wurde schon so viel versucht…

Wohnraum privatisieren

Die 2000er Jahre werden wohl als die Jahre der Immobilien-Privatisierung eingehen. Denn noch nie wurde so viel Wohnraum privatisiert, wie in den letzten 20 Jahren. Und welche Stadt ist ganz vorne mit dabei? Nein, nicht München oder Hamburg. Berlin hat seit 1997 700.000 Wohnungen an private Hände gegeben und nimmt damit den ersten Platz ein, schreibt Focus.

Städte und Gemeinden versuchen sich gerne im Immobiliengeschäft. Sie versprachen sich hohe Einnahmen – welche allerdings nur einmalig entstanden. Sie wussten es vielleicht nicht besser, denn Ende der 90er wurde angenommen, dass die Wohnungsnot in Deutschland überwunden war. Aufgrund dessen wurden Reihenhäuser (günstiger Wohnraum) abgerissen und mehr Familienhäuser (teurer Wohnraum) aus dem Bozen gezogen. Gut geplant, falsch geplant.

Einwanderung

Falsch geplant vor allem deswegen, weil die Politik vergessen hatte, eine steigende Bevölkerungszahl durch zunehmende Immigration mit einzuberechnen. So flüchteten zum Beispiel 400.000 Menschen vor dem Jugoslawien-Krieg und suchten Schutz in Deutschland.

Günstiger Wohnraum, Marke/ Plattenbau (Foto: Martin Abegglen)
Günstiger Wohnraum, Marke/ Plattenbau (Foto: Martin Abegglen)

Falsche Reformen

An Motivation mangelt es der Politik manchmal wirklich nicht. Um die Wohnungsnot in Deutschland zu besiegen, wurden letztes Jahr 245.000 Wohnungen gebaut. Leider sind selbst gut gemeinte Versuche nicht gut genug, denn die Nachfrage wird damit lange nicht befriedigt. Der Mieterbund hat berechnet, dass um die Wohnungsnot realistisch anzugehen, Städte bis zu 400.000 Wohnräume schaffen müssten. Und zwar jedes Jahr.

Aber warum wird nicht ausreichend gebaut? Hauptsächlich wegen der Föderalismusreform, die vor 10 Jahren verabschiedet wurde. Diese Gesetzesänderung nimmt Verantwortung vom Bund weg, und verfrachtet die Bürde auf die Länder selbst. Doch nur wenige Gemeinden haben die finanziellen Möglichkeiten, den Durst nach Wohnraum zu löschen.

Vorschriften über Vorschriften

Das ist auch kein Wunder, denn unvorstellbar viele, komplizierte Richtlinien und Vorschriften machen den Wohn- und Hausbau in Deutschland unbezahlbar. Der DIN-Standard schreibt genau vor, wie ein Haus in Deutschland gebaut werden soll. Auch die EU hat ihre Finger mit im Spiel: Brüssel diktiert zum Beispiel die Anzahl der Parkplätze, die ein Haus haben muss. Ab 2021 will die EU sogar das Null-Energie-Haus vorschreiben.

Die Politik schneidet sich ins eigene Bein

Wir deutschen sind es so langsam satt. Der ewige Kampf mit bezahlbarem Wohnraum wurde schon fast zur Normalität. Auch der Wohnungsverband GdW beschwert sich zu Recht: wenn 400.000 Wohnungen gebraucht würden, dann müsse man einfach die Baukosten senken. Es gebe dazu genügend Maßnahmen und Möglichkeiten, so der GdW-Präsident Axel Gedaschko.

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Thomas Breithaupt

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