Reportage
SPD fordert Fahrverbot für nicht-zahlende Väter
Nach Ansicht von SPD-Chef Sigmar Gabriel sollte der Staat härter gegen Väter vorgehen, die keinen ausreichenden Unterhalt zahlen. Ein Fahrverbot wäre ein „geeignetes Mittel“.

SPD-Chef Sigmar Gabriel fordert eine Reform des Unterhaltsrechtes für Alleinerziehende. Es sei ein Skandal, dass drei Viertel der Kinder alleinerziehender Mütter keinen oder zu geringen Unterhalt vom Kindesvater bekommen.
„Da muss sich dringend etwas ändern“, sagte Sigmar Gabriel zu BILD. Daher will er die Altersgrenze für einen Unterhaltsvorschuss des Staates erhöhen, „von derzeit zwölf Jahren auf mindestens 16 Jahre.
Sigmar Gabriel fordert Führerscheinentzug
Zudem müsse der Staat stärkere Druckmittel an die Hand bekommen, um säumige Väter dazu zu zwingen, ihren Unterhaltsverpflichtungen nachzukommen. Neben der schon heute möglichen Lohnpfändung hält Gabriel auch den Führerscheinentzug für ein „geeignetes Mittel“.
Sigmar Gabriel ist selbst das Kind einer alleinerziehenden Mutter. „Auch mein Vater hat sich geweigert, meiner Mutter Unterhalt zu zahlen – für meine Schwester und für mich. Das war ein beständiger Kampf, der meine Mutter bis an die Grenzen ihrer Kraft gebracht hat.“
Der SPD-Chef wuchs ohne einen Vater auf, doch er schafft Mitgefühl für seine Mutter: „Ich werde das Bild meiner Mutter nicht vergessen, die weinend in der kleinen Küche saß, die Hände vor dem Gesicht, weil sie nicht mehr weiter wusste.“
Auch Manuela Schwesig für Fahrverbot
Auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, säumigen Vätern den Führerschein zu entziehen. „Wer das Geld für ein Auto hat in Deutschland, der muss auch das Geld für sein Kind haben“, sagte sie der BILD.
Es sei ein großes Problem für die Kommunen hierzulande, dass einige Väter immer wieder den Unterhalt nicht zahlen. Dann müsse regelmäßig der Staat einspringen, sagt die SPD-Frau. „Somit zahlen alle Steuerzahlerinnen und Steuerzahler den Unterhalt von Vätern, die vielleicht zahlen könnten – es aber nicht tun.“


