Reportage
Terror-Angst: Grünen-Politiker Ströbele will laute Böller verbieten

Der Grüne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele fordert eine Einschränkung des Verkaufs von Feuerwerkskörpern zu Silvester. Er halte ein Verbot von „größeren Feuerwerkskörpern mit drei bis zehnfacher Knallkraft normaler Böller“ für sinnvoll. Als Begründung führte Ströbele die starke Verunsicherung vieler Bürger nach den Terroranschlägen vom 13. November in Paris an, bei denen 153 Menschen ums Leben kamen.
„Die Leute wissen ja nicht, was das ist, was so fürchterlich bumst“, so Ströbele gegenüber RedaktionsNetzwerk Deutschland. Außerdem sprach er sich für die Ausweitung sogenannter knallfreier Zonen aus.
In den Tagen nach den Anschlägen hätten laute Geräusche wiederholt Fehlalarme in der französischen Hauptstadt ausgelöst, wie Spiegel Online berichtet. So kam es beispielsweise zwei Tage nach den Attentaten im Pariser Viertel Marais zu einem Ausbruch von Panik, nachdem dort mehrere laute Knall-Geräusche zu hören waren. Die Verkehrsbetriebe hatten die Passagiere der Metro aufgefordert, nicht an der Station République auszusteigen, da dort geschossen werde. Aus Polizeikreisen gab es später Entwarnung: ein Böller oder die Explosion eines Heizstrahlers auf der Terrasse eines Cafés sei für die Panik verantwortlich.
Der Verband der pyrotechnischen Industrie hält ein Verkaufsverbot von extrem lauten Böllern für überflüssig. „Die Forderung ist zwar nett, aber schon im Gesetz verankert“, sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Klaus Gotzen, gegenüber der Saarbrücker Zeitung. So regelten das deutsche Sprengstoffgesetz und eine EU-Richtlinie bereits den maximalen Schallpegel von Feuerwerkskörpern. „Die Böller, die Herr Ströbele meint, sind in Deutschland nicht zugelassen und illegal“, so Gotzen weiter.


