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Deutscher sitzt 16 Jahre, weil er Migranten schmuggelte

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Vor zwei Jahren wurde Bernd Keller auf der griechischen Insel Symi festgenommen. (Screenshot: YouTube)

Weil der deutsche Rentner Bernd Keller mit seinem Boot sechs Migranten aus der Türkei mit nach Griechenland nahm, sitzt er nun für 16 Jahre im Gefängnis. Hinzu kommt eine saftige Geldstrafe, und sein Boot verrottet.

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Vor zwei Jahren wurde Bernd Keller auf der griechischen Insel Symi festgenommen. (Screenshot: YouTube)

Nach Ansicht der griechischen Justiz waren der Deutsche Bernd Keller (69) und seine philippinische Frau Godelia (57) professionelle Schlepper. Mit ihrem 21 Meter langen Schiff sollen sie wiederholt Migranten ohne Papiere von der Türkei zu den nahen griechischen Ägäis-Inseln geschmuggelt haben.

Vor zwei Jahren wurde das Ehepaar auf der griechischen Insel Symi nahe Rhodos festgenommen, berichtet taz.de. Denn zuvor hatten sie dort sechs Angehörige einer syrischen Familie im Alter von zwei bis 36 Jahren von Bord gelassen.

Die „Kleine Strafkammer der Dodekanes-Inseln“ verurteilte Bernd Keller wegen „Einschleusung von Ausländern“ zu 16 Jahren und sechs Monaten Haft und einer Geldstrafe von 46.000 Euro. Seine Frau wurde zur Zahlung der gleichen Summe verurteilt, kam aber um eine Gefängnisstrafe herum.

Seitdem verbüßt der Deutsche seine Haftstrafe in einem Gefängnis auf dem griechischen Festland. Sein Boot und alles, was an Bord war, haben die Griechen beschlagnahmt. Das Boot verrottet nun, denn im Winter hätte es eigentlich aus dem Wasser gehoben werden müssen.

Bernd Keller hatte Mitleid mit den Migranten

Den Vorgang vom 14. September 2014 hat das Ehepaar gestanden. „Wir haben die Refugees mitgenommen“, sagt Bernd Keller, „aus Mitleid, aus humanitären Gründen.“ Ihre türkischen Bekannten rund um die Bootswerft hätten ihnen die Flüchtlingsfamilie vorgestellt und gefragt, ob sie diese nach Griechenland mitnehmen könnten.

„Ich habe mich bereit erklärt, die armen Leute mitzunehmen“, sagt der Deutsche. „Meine Frau hat den Refugees eines der beiden Gästezimmer hergerichtet, ihnen Kekse und Wasser angeboten, dann sind wir rübergefahren. Das war alles am helllichten Tag.“

Nach der Überfahrt wurden die Syrer von der griechischen Polizei vernommen. Sie sagten aus, dass sie 2.500 Euro pro Person für ihre Flucht bezahlt hätten. „Nicht an mich“, sagt Bernd Keller. Er habe kein Geld verlangt und auch keines bekommen. Zudem sei es das einzige Mal gewesen, dass er Migranten mitgenommen habe.

Den griechischen Behörden wirft er ein Vorgehen vor, „das sich mit den Anforderungen eines demokratischen Rechtsstaats nicht in Einklang bringen lässt“. So habe der gebrochen Deutsch sprechende Vernehmungsbeamte seine Aussagen mit Google-Translate ins Griechische übertragen.

Mehr als 1.000 Schlepper in Griechenland im Knast

Im April 2014 wurde die Bestrafung von Schleppern in Griechenland zum wiederholten Male verschärft. Bootskapitäne können mit bis zu zehn Jahren Haft je eingeschleustem Migrant bestraft werden. Schlepper erhielten bereits Haftstrafen von mehreren Jahrzehnten.

„Mehr als 1.000 als Schlepper verurteilte Personen sitzen in griechischen Gefängnissen“, sagt der in Griechenland lebende Rechtsanwalt Achim Rollhäuser. „Nur wegen Drogendelikten sitzen mehr Leute ein.“

Anders als das Ehepaar Keller gelten die italienische Küstenwache, die Bundeswehr und andere Seenotrettungsboote offiziell nicht als Schlepper. Denn sie holen die Migranten nicht vom Festland ab, sondern ziehen sie zu tausenden aus ihren maroden Booten im Mittelmeer.

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Thomas Breithaupt

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