Reportage
Rakka-Pässe: Ein Dutzend IS-Terroristen sind in Deutschland mit Pässen wie die Paris-Attentäter

Die Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen der EU-Mitgliedstaaten Frontex aus Warschau warnt davor, dass IS-Terroristen mit gefälschten syrischen Pässen getarnt als Flüchtlinge nach Europa einreisen.
Auf diese Weise kamen zwei der Paris-Selbstmordattentäter vom 13. November 2015 (130 Tote) bereits anfang Oktober 2015 über Lesbos in Griechenland nach Europa.
Und auf diese Weise haben sich nun mindestens noch ein Dutzend weiterer IS-Terroristen nach Deutschland eingeschleust, deren Pässe aus derselben Fälscherwerkstatt in der Stadt Rakka stammen wie die der beiden Selbstmordattentäter von Paris. Rakka wurde im Jahr 2013 von der Terrrormiliz Islamischer Staat erobert.
Die Einreise der IS-Terroristen nach Deutschland kam heraus, nachdem ein ausländischer Geheimdienst im Novemver 2015 deutschen und österreichischen Börden Hunderte von Nummer von syrischen Blankopässen durchgab, die vom IS in Rakka erbeutet worden sind.
Prompt wurden nun beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg Kopien (Scans) von syrischen Pässen identifiziert, mit denen angebliche Flüchtlinge nach Deutschland eingereist waren und die ebenfalls aus der IS-Rakka-Fälscherwersatt stammen. Die Pässe weisen, so erfuhr BILD aus der Bundesregierung, „die selben Fälschungsmerkmale auf“.
Das Schlimme ist nur, dass niemand weiß, wo die Eingereisten, die die gefälschten Pässe vorzeigten, nun hin sind. Von ihnen waren keine Fingerabdrücke genommen worden. Die Einreise geschah noch vor den Anschlägen von Paris.
Dass heißt, mitten unter uns sind nun IS-Terroristen, die niemand wirklich identifizieren kann.
Auch die wahre Identität der zwei Paris-Attentäter mit ebensolchen Rakka-Pässen ist immer noch nicht geklärt.
Der eine Pass war auf den Namen Ahmad Almohammad ausgestellt, der in Wirklichkeit ein Soldat der syrischen Regierungstruppen war, der schon vor Monaten gefallen ist.
Der andere Pass war auf den Namen Mohammad Almahmod ausgestellt war. Der Ausweis mit der Nummer 007773937 gehört zu einer Charge von Blanko-Dokumenten, die die Terrororganisation IS im syrischen Rakka erbeutet hatte.
Beide Attentäter wurden am 3. Oktober 2015 unter den falschen Namen Almohammad und Almahmod zusammen mit 200 syrischen Flüchtlingen auf der griechischen Insel Lesbos als Flüchtlinge registriert. Griechische Zeitungen berichteten, Almohammad und Almahmod seien am 5. Oktober mit der Fähre „Diagoras“ nach Piräus gereist. Das gehe aus den Passagierdaten hervor, hieß es.
Die serbische Zeitung Blic hatte am 15. November 2015 den gefälschten syrischen Ausweis mit dem Namen Ahmad Almohammad veröffentlicht.
Es werden Zeugen gesucht, die die wahre Identität kennen.
Deutsche Behörden haben schlicht keinen Überblick darüber, wie viele Flüchtlinge mit illegalen Papieren eingereist sind – weil so gut wie nichts kontrolliert wurde.
Innenpolitiker in Deutschland fordern, ab sofort jeden einzelnen syrischen Pass genau untersuchen zu lassen. Die Polizeigewerkschaft sagt, die „unkontrollierte Einreise“ von Flüchtlingen sei „staatsgefährdend“.


