Prof. Dr. Uwe Starke: Warum Sie gerade jetzt Gold kaufen sollten

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Trotz des Goldpreis-Höhenfluges von aktuell rund 1.356 Euro für eine Unze rät US-Investment-Veteran Mark Mobius (Gründer der Investmentgesellschaft Mobius Capital Partners LLP) im Bloomberg-Interview am 21. August 2019: “Buy Gold At Any Level”, also: Kaufen Sie Gold bei jedem Goldpreis! 

Und eine weitere Mineralien-Meldung lässt ebenfalls aufhorchen. US-Präsident Donald Trump will für die USA ernsthaft die autonome Arktisinsel Grönland (sechs Mal so groß wie Deutschland) von Dänemark kaufen, wie er am 18. August 2019 vor seinem Rückflug aus einem einwöchigen Golfurlaub nach Washington bestätigte:

Zitat:

Im Grunde wäre es ein großes Immobiliengeschäft.  Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow erklärte dazu nur wenige Stunden zuvor in einem Interview: Grönland sei strategisch bedeutend und habe “viele wertvolle Mineralien”.

Sind die Amerikaner verrückt geworden, fragte Gold-Reporter beim deutschen Edelmetallexperten Professor Dr. ph. oec. Ing. Uwe Starke (55) aus München in Bayern nach.

Mineralexperte Prof. Dr. Ing. Uwe Starke (55) aus München in Bayern © Profilbild von Prof. Starke

Professor Starke, Gründer und Chef des Münchener Goldhandelshauses PARTUMGOLD Deutschland GmbH, ein von der Schweizer Seriositäts-Ratingagentur  SCOREDEX GmbH aus Zürich geprüfter Anbieter, antwortete: “Nein, ganz und gar nicht. Die ganze Welt erlebt gerade ein Goldfieber.

Der Handelskrieg zwischen China und den USA, eine Welle von Gewinnwarnungen wichtiger Unternehmen und damit verbundene Aktienabstürze an der Börse, Strafzinsen diese Woche für zehnjährige deutsche Bundesanleihen von 0,65 Prozent, Nullzinsen auf Spareinlagen, reale Inflation in Deutschland von 6 Prozent statt der zugegebenen 1,8 Prozent, Explosion der Energiekosten durch Merkels gescheiterte Energiewende, Verbraucherpreis-Betrug mit weniger Lebensmitteln in den Verpackungen bei gleichem Preis, höhere Kosten der Bürger für öffentliche Güter.

Des Weiteren Steuerverschwendungen wie für den Neubau der Europäischen Zentralbank EZB in Frankfurt, mit  1,3 Milliarden Euro anstatt 850 Millionen Euro oder für den Berliner Flughafen BER. Mehr als sieben Milliarden Euro anstatt zwei Milliarden Euro oder auch Staatskrisen wie gerade in Italien.  Der Kampf der Hongkonger um ihre Bürgerrechte, die Attacken auf Tankschiffe aus iranischen Gewässern am Golf von Hormus, der ungeordnete Brexit sowie die Bitcoin-Unsicherheit machen Gold als Sicherungsanker so wertvoll wie niemals zuvor.

Zum Dollar gibt es kaum internationale anerkannte Alternativen – jedoch Gold ist eine der wenigen davon.

Berlin-Journal: Ja, aber ist der aktuell hohe Goldpreis da nicht abschreckend?

Professor Starke: Nein, ich gebe Fondsinvestor Mobius Recht, wenn er sagt: „Die langfristigen Perspektiven von Gold sind rauf, rauf, rauf.“ Und der Grund, warum er das sagt, ist: Das Geldangebot geht rauf, rauf und rauf. Der Goldpreis muss weiter steigen, weil die Geldmenge immer stärker wächst. Es gibt sonst kein reales Gegengewicht mehr dazu.

Mit ihren Anstrengungen, die Zinsen niedrig zu halten, druckten die Notenbanken wie „verrückt“ Geld. Ebenso das neue Digitalgeld, das parallel entsteht, ist eine reine Glaubenssache. Bitcoin & Co. sind Psycho-Währungen. Mit dem Aufstieg dieser Gattung wird es gleichzeitig eine Nachfrage nach realen, harten Vermögenswerten geben.

Gold wird von vielen zur Absicherung gekauft. Viele haben dies in den vergangenen Jahrhunderten schon so gemacht, in dem Glauben und Wissen, dass Gold nie ganz wertlos werden würde – auch wenn der Kauf in der konkreten Situation nicht unbedingt gescheit war. Gold ist nicht nur eine stabile Anlageform, sondern kann eben auch als Währung dienen.

Berlin-Journal: Und was hat Grönland damit zu tun?

Professor Uwe Starke: Gold ist knapp und im eisfreien Südgrönland wurden Goldvorkommen von großer Reinheit entdeckt, die mit einer prognostizierten Ausbeute von 19 Gramm Feingold pro Tonne Geröll ganzjährig gefördert werden könnten. Übernächstes Jahr wird das Goldbergwerk Nalunaq an der Südspitze der Insel zum dritten Mal seit 2004 in Betrieb genommen. Beim Vorkommen Nalunaq im ‘Nanortalik Gold Belt’ ist die Rede von 263 Unzen Gold im Wert von ca. 300 Millionen Dollar (270,46 Millionen Euro). Zwei weitere Bergwerke an neu entdeckten Adern sind bereits in Planung. Übrigens, die Hochzeitsringe des dänischen Kronprinzenpaares Frederik und Mary stammen aus Nalunaq.

Es ist auch nicht das erste Mal, dass die USA Grönland kaufen wollen. Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte der damalige US-Präsident Harry Truman schon einmal, die größte Insel der Welt zu kaufen. 100 Millionen Dollar bot er damals, Dänemark lehnte ab. Allerdings verkaufte Dänemark im Jahr 2016 schon Gebiete an die USA. Die Virgin Islands in der Karibik wechselten damals für 25 Millionen Dollar den Besitzer.

Berlin-Journal: Kommen wir noch mal auf den Goldpreis zurück. Ihr Handelshaus PARTUMGOLD verkauft vornehmlich 1/4 Unzen Gold, also 7,7759 Gramm. Sind ganze Unzen Gold (rund 31,1 Gramm) oder auch 1 Kilo-Barren nicht günstiger für die Goldkäufer?

Professor Starke: Ja, dass ist richtig. Der Spread, also die Differenz zwischen Ankauf und Weiterverkauf, wird mit zunehmendem Gewicht kleiner. Von 11 Prozent bei einer 1/10 Unze (Feingoldgehalt von 3,11 Gramm) auf knapp 4 Prozent bei einer Unze und schließlich auf unter 2 Prozent Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis bei einem ganzen Kilo Gold.

Die Goldmünzen zu 1/4 Unze liegen im oberen Feld der Gewichte und eignen sich für Investmentzwecke dennoch sehr gut, weil sie relativ klein sind und mit einem sehr niedrigen Prägeaufschlag verkauft werden.

Man sollte immer bedenken, dass Gold nicht nur eine Anlageform ist, sondern es kann auch als Währung eingesetzt werden. Und wollen Sie dann beim Bezahlen mit einer Raspel von ihrem Barren Gold abhobeln? Ein Kilo Gold kostet auf einen Schlag gleich mal 43.581 Euro. Eine Unze 1.356 Euro. Knapp acht Gramm, also eine 1/4 Unze in Münzform, ist da schon wesentlich handlicher. Sie bekommen die 1/4 Unze Münze bei den meisten Händlern ab 369 Euro, wir bieten sie bei PARTUMGOLD ab 332 Euro an.

Hinzu kommt, dass der Goldbarren-Markt mit gefälschten Barren aus China überschwemmt wird. Sie sind nur schwer als Fälschung zu erkennen, da sie genauso viel wiegen und mit echtem Gold überzogen sind. Im Innern haben sie aber einen Kern aus Wolfram.

Berlin-Journal: Was macht Sie denn so sicher, dass Gold als Währung zurückkehrt? Am 15. August 1971 hat der damalige US-Präsident Richard Nixon das Goldfenster, also den mit Gold unterlegten Dollar, geschlossen und Gold damit entmonetarisiert. Bis dahin stand auf jedem Dollarschein der Satz: “In Goldmünzen, die auf Verlangen an den Inhaber zahlbar sind.”

Professor Starke: Für die Remonetarisierung des Goldes, also die Rückkehr zum globalen Goldstandard mit fixierten Wechselkursen, gibt es erste Anzeichen.

Berlin-Journal: Welche wären das?

Professor Starke: Ein Zeichen für die Wiederherstellung der monetären Funktionen des Goldes ist der Rückführungsprozess der souveränen Goldreserven seitens der ausländischen Zentralbanken aus den Tresoren der FED-Vertretung in New York.

Auch haben die Notenbanken ihre Goldbestände in den letzten Monaten deutlich akkumuliert.

So erreichte ihre Nettonachfrage im ersten Halbjahr 2019, angeführt von Polen, Russland und der chinesischen Zentralbank, ein Volumen von 374 Tonnen. Allein im 2. Quartal kam es im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum zu einem Anstieg um 47 Prozent.

Seit Jahresbeginn hat allein Russland bereits 3,4 Millionen Unzen Gold (105,74 Tonnen) Gold zu ihren Reserven hinzugefügt. Russlands Gesamtgoldreserven werden mit 71,3 Millionen Unzen beziffert. Das entspricht 2.217,67 Tonnen Gold mit einem Wert zum Zeitpunkt der Rechnungslegung von 101,92 Milliarden US-Dollar (91,93 Milliarden Euro). Die russische Zentralbank bezieht den Großteil des Metalls von den eigenen Minen des Landes. Der Goldanteil an den Gesamtreserven betrug zuletzt 19,6 Prozent.

Berlin-Journal: Aber wo bleibt da der Privat-Anleger, der doch auch nach einem sicheren Hafen in stürmischen Zeiten sucht? Warum sollte jeder Sparer Ihrer Meinung nach einen Teil des Geldes in Gold anlegen?

Professor Starke: Betrachten wir es mit Zahlen aus unseren privatem Umfeld. 1975 brachte Festgeld zirka 8 % Zinsertrag, die Infl­ationsrate betrug zirka 2,3 % somit ergibt sich ein effektiver Ertrag von 5,7%.

In 2018 brachte Festgeld zirka 0,6 % Zinsertrag, die In­flationsrate betrug zirka 3,3 %, ergo 2,7% effektiver Verlust.

Von steuerlichen und sozialen Abgaben einmal ganz abgesehen.

Deshalb rate ich, einen Teil des Vermögens immer in Gold anzulegen. Seit 1975 ist ja Gold auch für Privatleute wieder frei handelbar.

Berlin-Journal: Herr Professor Starke, wir danken für das Interview.

 

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