Reportage
Ökonomen verzeichnen Wachstum durch Flüchtlinge
Nach Ansicht führender Ökonomen sind die Flüchtlinge ein Segen für die Konjunktur. Denn die Deutschen geben massiv Geld für die Fremden aus, wodurch die deutsche Wirtschaft wächst. Schwächere Exportzahlen würden so ausgeglichen.

In den Jahren 2015 und 2016 sind insgesamt rund 1,2 Millionen Migranten nach Deutschland gekommen. Sie erhalten hierzulande mehrheitlich Asylbewerber- oder Hartz-IV-Leistungen. Der Steuerzahler muss für ihre Unterkunft und gesundheitliche Versorgung aufkommen. Zudem zahlt er für Arbeitsmarkt- und Schulprogramme.
Dieses Jahr hat der deutsche Staat mehr als 20 Milliarden Euro vom Steuerzahler an die neuen Asylbewerber umverteilt. Nach Ansicht führender deutscher Ökonomen haben diese staatlichen Mehrausgaben die Konjunktur stimuliert und dauerhaft zu mehr Wirtschaftswachstum beigetragen.
„Die staatlichen Ausgaben für Geflüchtete haben im Jahr 2016 das Wirtschaftswachstum um etwa 0,3 Prozentpunkte erhöht“, sagte Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), der Rheinischen Post. „Der positive Effekt der Geflüchteten auf die Wirtschaftsleistung wird sich in den kommenden Jahren weiter verstärken.“
Nach Ansicht des Ökonomen wirkt die Umverteilung an die Migranten „wie ein kleines Konjunkturprogramm, denn ultimativ kommen sie vor allem deutschen Unternehmen und Arbeitnehmern durch eine höhere Nachfrage zugute“. Auch Clemens Fuest, Präsident des Münchner ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, sagt:
Der Staat gibt vor allem infolge der hohen Flüchtlingszahl von 2015 deutlich mehr aus. Auch der private Konsum steigt unter anderem deshalb, weil durch die stärkere Zuwanderung einfach mehr Menschen bei uns sind, die in Deutschland Geld ausgeben. Beides stimuliert die Binnenkonjunktur.
Die deutsche Wirtschaft werde im kommenden Jahr um 1,5 Prozent wachsen, sagte Clemens Fuest. „Es ist ein binnenwirtschaftlich getragener Aufschwung. Schwächere Exportzahlen werden so ausgeglichen.“
Auch die deutschen Mittelständler blicken optimistisch auf das neue Jahr. Rund 62 Prozent von ihnen erwarten einen anhaltenden Aufschwung, so das Ergebnis einer Umfrage des Bundesverbands der mittelständischen Wirtschaft unter 2.800 Mitgliedsfirmen.


