Berlin Journal Newsletter →

Magazin · Kultur

Reportage

Jakob Augstein: „Der triebhafte Araber ist eine Erfindung des Westens“

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

Teilen: X · E-Mail

Jakob Augstein „Der triebhafte Araber ist eine Erfindung des Westens“
Jakob Augstein „Der triebhafte Araber ist eine Erfindung des Westens.“
Jakob Augstein „Der triebhafte Araber ist eine Erfindung des Westens“
Jakob Augstein kritisiert den Rassismus der Deutschen: „Der triebhafte Araber ist eine Erfindung des Westens.“ (Screenshot: YouTube)

Der Verlegersohn und einflussreiche Spiegel-Kolumnist Jakob Augstein hat sich zur Kölner Silvesternacht geäußert. Dafür musste er bereits viel Kritik einstecken. Stein des Anstoßes war dabei vor allem der Satz: „Ein paar grapschende Ausländer und schon reißt der Firnis der Zivilisation.“

Jakob Augstein kritisiert, dass Angela Merkel sich zur Silvesternacht in Köln äußert. „Normalerweise fällt die Ahndung von Straftaten nicht in den Bereich der Bundeskanzlerin. Minderschwerer Straftaten schon gar nicht“, schreibt er bei Facebook.

Doch Jakob Augstein kritisiert nicht nur Angela Merkel (CDU), sondern auch Cem Özdemir (Grüne), weil der die Vorkommnisse in Köln „grässlich“ fand. „Das klang so, als seien dort Frauen verspeist, nicht beraubt und sexuell bedrängt worden.“

Auch den Justizminister Heiko Maas (SPD) kritisiert Jakob Augstein, weil der von einer „völlig neuen Dimension organisierter Kriminalität“ gesprochen hatte, sowie den Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU), der von „kriminellen Sexbanden“ gesprochen hatte. Der Spiegel-Kolumnist sieht das anders:

„In Wahrheit war die Nacht von Köln einfach das kolossale Versagen der lokalen Polizei. Das ist ein Fall für den Kölner Stadtrat, vielleicht für den Landtag des Landes Nordrhein Westfalen. Es ist sicher kein Fall für die Bundeskanzlerin.“

„Dass es dazu werden konnte, zeugt von einer tiefen Verunsicherung. Die Politiker haben Angst vor ihrem Volk. Sie trauen den Deutschen nicht über den Weg. Willkommenskultur hin oder her – ein paar grapschende Ausländer und schon reißt der Firnis der Zivilisation.“

Inzwischen müsse man schon die Politiker suchen, die sich noch nicht zur Kölner Silvesternacht geäußert haben, schreibt Jakob Augstein. Und er nennt auch den Grund dafür, warum fast alle Politiker im Hinblick auf die Kölner Silvesternacht so heftig reagiert haben: „Wir sind so rassistisch.“

„Der Fremde und seine bedrohliche Sexualität – das ist das älteste Vorurteil des Rassismus. Und gerade der Orient war seit jeher der Ort für eigene sexuelle Projektionen. Schleier und Tänze, Harem und Badehaus – und natürlich die Vielehe – versprachen eine andere Sexualität, freier, mit weniger Schuld. Der triebhafte Araber ist ebenso eine Erfindung des Westens wie der schamlos-lüsterne Jude.

Jakob Augstein ist sich dessen bewusst, dass er sich mit seinen Äußerung im Hinblick auf die Täter „gleich der Verharmlosung verdächtig“ macht. Doch im seriösen Journalismus müssten nun einmal zuerst die Fakten kommen und dann erst die Meinung.

Comments

comments

Kultur · Angela Merkel · Araber · Ausländer · Cem Özdemir · Frank Henkel · Heiko Maas · Jakob Augstein · Juden · Köln · Kriminalität · Migranten · Migration · Polizei · Rassismus · Sexualität · Silvesternacht

Autor

Thomas Breithaupt

[email protected]

Weiterlesen

Alle Beiträge →

Die Depesche

Freitags die ganze Stadt in einem Brief

Kein Newsletter im üblichen Sinn — eine kuratierte Depesche der Redaktion. Was zählt, was kommt, was bleibt.

Jederzeit abbestellbar. Kein Spam.