Reportage
IS köpfte 4 Fußball-Profis, weil Fußball „Anti-Islam“ ist

Die Terromiliz Islamischer Staat IS hat am 5. Juli 2016, fünf Tage vor dem gestrigen Finale der Europameisterschaft (Portugal bezwang in Saint-Denis Gastgeber Frankreich nach Verlängerung mit 1:0), in seiner syrischen Hochburg Raqqa an vier ehemaligen syrischen Fußball-Nationalspielern ein Exempel statuiert. IS-Henker schnitten den vier landesweit bekannten kurdischen Fußballspielern und einem fünften Unbekannten öffentlich die Köpfe ab.
Das berichtet heute die oppositionelle Gruppe „Raqqa is Being Slaughtered Silently“ (RBBS). Fotos der Hinrichtung auf einer Straße in Raqqa hat der IS auch selbst auf seinen Kanälen verbreitet.

Nach Informationen des Nachrichtenportals jihadwatch.org handelt es sich bei den getöteten Fußballspielern um Osama Abu Kuwait, Ihasan Al Shukwahih, Nehad Al Hussein und Ahmed Ahawakh, die für den Verein Al-Shabab in Raqqa gespielt hatten. Der IS soll den Männern Spionage für die kurdische Miliz YPG vorgeworfen haben. Die Hinrichtung wurde öffentlich inszeniert. Organisierter Sport wie Fußball ist in Raqqa seit dem Einfall des IS Anfang 2014 verboten.
Bei „Raqqa is Being Slaughtered Silently“ („Raqqa wird im Stillen abgeschlachtet“) handelt es sich um eine kleine Gruppe von Aktivisten, die mit Fotos und Videos die Verbrechen der Islamisten in der Stadt dokumentieren will. Schon mehrere RBBS-Mitglieder sind vom IS getötet worden.


