Reportage
Facebook zensiert Napalm Girl, ganz Norwegen protestiert mit Reposts

Ein Stück Kriegsgeschichte:
Das Napalm Girl
Der Social Media Gigant Facebook hat das wahrscheinlich berühmteste Foto aus dem Vietnam Krieg, das Napalm Girl, zensieren lassen. Nachdem sich Menschen auf der ganzen Welt über die Zensur von Facebook beschwert hatten, blieb Mark Zuckerberg und seiner sozialen Plattform nichts anderes übrig, als ihre Entscheidung wieder aufzuheben.
Nicht nur Reporter und Journalisten waren über die Zensur entsetzt. Auch der norwegische Premierminister hat scharfe Kritik geäußert. Das Napalm Girl hätte die Weltgeschichte geprägt und sei ein Meilenstein des Journalismus.
Facebook hatte das Bild zuvor löschen lassen. Das Napalm Girl zeigt ein nacktes Mädchen, dass vor einem Napalm Angriff flieht. Viele norwegische Seiten und Autoren mussten auf einmal feststellen, dass das Foto in ihren Beiträgen nicht mehr vorhanden war. Die öffentliche Kritik dazu hat Facebook dann aber doch dazu bewegt, die Zensur wieder aufzuheben, schreibt Aljazeehra.
Zensur wegen Nacktheit?
Zu Anfang argumentierte Facebook mit ihren Firmen- und Öffenltlichkeitsstandards. Am Freitag hieß es, das nackte Mädchen würde ihre Grundsätze gegen Nacktheit in sozialen Medien verletzen. Später am Abend erkannte man die „historische und globale Wichtigkeit des Bildes” doch an. Das Bild dokumentiere schließlich „einen besonderen Moment in der Geschichte“.
Das Bild wurde von Pulitzerpreis Gewinner Nick Ut von der international Presse veröffentlicht. Ein Napalm Angriff schlug unzählige Menschen in die Flucht. Auch das neunjährige Mädchen Kim Phuc, das in der Mitte des Bildes ohne Kleidung zu sehen ist.
Nachdem der norwegische Journalist Tom Egeland das Bild am Montag in einen seiner Beiträge einfügte, begann der Meinungsstreit mit Facebook. Sein Artikel befasst sich mit sieben Fotografien, die die Kriegsgeschichte veränderten. Auch er wurde von Facebook kurzfristig gesperrt.
Ganz Norwegen protestierte
Verärgerte Norweger haben im Zuge ihres Protests das Foto selbst gepostet und eine Welle der Kritik ausgelöst. Auch die großen, norwegischen Zeitungen schlossen sich der Bewegung an und veröffentlichen das Bild ebenfalls auf ihrer Facebook Seite.
Der berühmte „Aftenposten“, eine der bekanntesten Zeitungen in Norwegen, bekam nach der Veröffentlichung sofort eine Nachricht von Facebook persönlich. Sie wurden dazu aufgefordert das Bild entweder zu löschen, oder zu zensieren.
Daraufhin wurde das Bild auf der Titelseite der Zeitung platziert und mit der Überschrift „Dear Mark Zuckerberg“ versehen. In dem Beitrag hat man Facebook dazu angehalten den Unterschied zwischen Kinderpornografie und berühmter Kriegsfotografie zu verstehen.
Journalist Solberg war in einem Flugzeug als ihr Beitrag von Facebook gelöscht wurde. Sie konterte mit einem neuen Beitrag mit denselben Fotos. Allerdings waren jetzt alle zensiert und verpixelt. Sie sagt, dass wenn Facebook solche Bilder löscht, dann wird damit unsere gemeinsame Geschichte umgeschrieben.


