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Reportage

Dürre und Terror: Kommt die nächste Flüchtlingswelle aus Afrika?

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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Österreichs Außenminister Sebastian Kurz besuchte Anfang Februar 2016 Äthiopien, in das täglich Tausende Flüchtlinge aus Somalia kommen, die über Libyen mit dem Schiff nach Europa wollen (Foto: Flickr/Außenministerium Österreich)
Österreichs Außenminister Sebastian Kurz besuchte Anfang Februar 2016 Äthiopien, in das täglich Tausende Flüchtlinge aus Somalia kommen, die über Libyen mit dem Schiff nach Europa wollen (Foto: Flickr/Außenministerium Österreich)
Österreichs Außenminister Sebastian Kurz besuchte Anfang Februar 2016 Äthiopien, in das täglich Tausende Flüchtlinge aus Somalia kommen, die über Libyen mit dem Schiff nach Europa wollen (Foto: Außenministerium Österreich auf Flickr)

„Wenn Europa den Anschein erweckt, dass wir alle Menschen aufnehmen, dann kommen Massen von Menschen, die wir uns jetzt noch gar nicht vorstellen können. Dann wird Afrika der nächste Kontinent sein, der sich auf den Weg nach Europa macht!“  So der Eindruck des österreichischen Außenministers Sebastian Kurz nach dem Besuch eines somalischen Flüchtlingslagers in Äthiopien, bei dem ihn die BILD begleitete.

Ursachen für eine afrikanische Flüchtlingswelle wären Hungersnot und Terror

► Das globale Klimaphänomen El Niño (Das Christkind – ein Ausbleiben von Fischschwärmen im Pazifik vor Peru wegen erhöhter Meeresoberflächentemperaturen um die Weihnachtszeit) führt in den Staaten südlich der Sahara zu extremen Wetterbedingungen. In einigen Ländern im Süden und im Osten des Kontinents kommt es zu einer Dürreperiode mit schweren Ernteausfällen. Die Folge ist eine dramatische Hungersnot.

► In Somalia, Mali oder Nigeria gibt es zudem gefährliche Terrorgruppen, die für Angst und politische Spannungen sorgen.

Viele Somalier flüchten zunächst nach Äthiopien und wollen weiter nach Europa. Außenminister Sebastian Kurz zu BILD: „Wir müssen weg von der Unterbringung in Europa und mehr Hilfe vor Ort leisten.“

Deshalb leiste sein Land eine Soforthilfe für 650.000 Menschen in Afrika.

Kurz schrieb am 1. Februar 2016 auf seiner Facebookseite: „Wegen extremer Dürre stehen in Äthiopien 10 Millionen Menschen vor einer Hungerkatastrophe. Österreich unterstützt mit rund 7 Millionen Euro 650.000 Menschen in der Region. Brauchen einen Systemwechel zu mehr Hilfe vor Ort, statt dem Glauben, alle in Europa aufnehmen zu können – auch hier kann ein starker Migrationsdruck entstehen.“

Doch gerade die jungen Flüchtlinge hält das nicht. Für Flüchtling Abdi Ahmed Hussein (26) erklärt BILD-Reporterin Dora Varro: „Ich kann nicht hier bleiben, ich kann hier keine höhere Ausbildung machen, ohne bessere Ausbildung, kein Job. Es gibt hier keine Möglichkeiten.“

Wie er sich seine Zukunft vorstellt?

„Ich sehe Fotos von Verwandten, die nach Amerika gegangen sind, Bilder im TV von Flüchtlingen in Europa. Wir wissen, dass wir über Libyen nach Europa können, auch, wenn das gefährlich ist. Aber was für eine Chance haben wir sonst? Bevor ich mich hier meinem Schicksal ergebe, steige ich lieber in ein Boot“, sagt Hussein.

Er ist damit nur einer von vielen. Denn bleiben will keiner. Die meisten Flüchtlinge in Äthiopien wollen weiter. Ihr Ziel ist Europa!

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Thomas Breithaupt

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