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Reportage

Deutschland: Viertelmillion Flüchtlinge nicht registriert

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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Flüchtlinge warten im Park vor dem Lageso in der Turmstraß 21 in Berlin Moabit auf ihre Registrierung. (Ausschnitt aus Youtube/Der Tagesspiegel über chaotische Zustände am Lageso)
Flüchtlinge warten im Park vor dem Lageso in der Turmstraß 21 in Berlin Moabit auf ihre Registrierung. (Ausschnitt aus Youtube/Der Tagesspiegel über chaotische Zustände am Lageso)
Flüchtlinge warten im Park vor dem Lageso in der Turmstraß 21 in Berlin Moabit auf ihre Registrierung. (Ausschnitt aus Youtube/Der Tagesspiegel über chaotische Zustände am Lageso)

Bis zu einer Viertelmillion Flüchtlinge sind seit Jahresbeginn in Deutschland nicht registriert, schätzt ein Regierungsbeamter gegenüber der BILD. Der Beamte hat bundesweit einen Schwund von 30 Prozent von ankommenden gegenüber registrierten Flüchtlingen ausgemacht, in Baden-Württemberg sogar 50 Prozent.

Derzeit taucht womöglich jeder dritte Flüchtling spurlos ab, ohne dass er zuvor umfassend registriert wurde. Insgesamt sollen es bis zu 250.000 Personen sein. „Genaue Zahlen haben wir nicht. Wir wissen nicht einmal, ob sie noch in Deutschland sind“, berichtet ein Bundesbeamter. „Die Leute ziehen in der Bahn die Notbremse und springen raus, oder sie zwingen die Busfahrer anzuhalten.“

In Berlin sind am vergangenen Freitag 200 Asylsuchende einfach spurlos verschwunden, als die Messehalle 26 am Berliner Funkturm für Vorbereitungen auf die weltgrößte Agrarmesse Grüne Woche, die im Januar 2015 beginnt, freigräumt werden musste. Die Hälfte der dort untergebrachten 1.000 Flüchtlinge sollten ins Internationale Congress- Centrum (ICC) umziehen. Der Umzug war für den späten Abend vorgesehen. Zuvor hatte es bei der Einrichtung der neuen Unterkunft Verzögerungen gegeben, weil Lastenaufzüge defekt waren.

Es musste umdisponiert werden. Nur 170 Menschen wurden nach Auskunft der Senatssozialverwaltung in einer Sporthalle in Reinickendorf untergebracht und weitere 130, ausschließlich Familien, in einer Unterkunft in Lichtenberg.

200 Asysuchende haben mit unbekanntem Ziel das Weite gesucht. Das sei schon wiederholt bei Umzügen oder nach der Ankunft in Berlin geschehen. Umzüge stellten für Flüchtlinge eine große psychische Belastung dar, erklärte die Sozialverwaltung gegenüber der Berliner Morgenpost.

Aber, wer sich beispielsweise nicht alle 2 Wochen im Lageso in der Turmstraße 21 in Moabit meldet, bekommt keine Sozialleistungen mehr.

Etliche Flüchtlinge würden auf Schwarzarbeit oder gar kriminelle Betätigungen spekulieren, befürchtet ein Regierungsbeamter. Das bedeute eine massives Sicherheitsproblem.

Zwar sollen ab dieser Woche ausnahmslos alle Flüchtlinge mit Namen, Foto und Fingerabdrücken im bundesweiten Easy-System („Erstverteilung von Asylbegehrenden“) erfasst werden. Doch vor allem die geplante „grenznahe“ Registrierung bleibt „nur ein Wunschtraum“, erfuhr BILD aus Regierungskreisen: „Es fehlt an Räumen, Personal und Technik.“

Darum geht ein absurder Shuttle-Verkehr quer durch Bayern weiter: Weil ihre Daten in den grenznahen Sammelunterkünften in Freilassing und Passau nicht umfassend aufgenommen werden können (es fehlt an Internetleitungen), werden die Asylbewerber von dort per Pendel-Busverkehr über Hunderte Kilometer zu „Registrierzentren“ bei München und wieder zurückgefahren. Ein System mit vielen Schlupflöchern.

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Thomas Breithaupt

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