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Reportage

Deutschland zahlt das meiste Geld nach Brüssel

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Deutschland größter Nettozahler EU
EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (Screenshot: YouTube)

Deutschland bleibt der größte Nettozahler der EU mit großem Abstand vor Großbritannien. Nutznießer der Umverteilung sind vor allem die Osteuropäer und Griechenland.

Deutschland größter Nettozahler EU
EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (Screenshot: YouTube)

Deutschland hat auch im Jahr 2015 mehr zur Finanzierung des EU-Haushalts beigetragen als jedes andere der insgesamt 28 Mitgliedsstaaten. Deutschland zahlte im vergangenen Jahr 14,3 Milliarden Euro mehr nach Brüssel, als von dort in die Bundesrepublik zurückfließt.

Allerdings ist der deutsche Nettobeitrag zur Finanzierung des Haushalts der Europäischen Union im vergangenen Jahr leicht gesunken, berichtet die Frankfurter Allgemeine. Im Jahr 2014 hatte der Betrag noch bei 15,5 Milliarden Euro gelegen. Das ist der bisherige Rekordwert.

Größte Nettozahler an die EU

  • Deutschland zahlt 14,3 Milliarden Euro
  • Großbritannien zahlt 11,5 Milliarden Euro
  • Frankreich zahlt 5,5 Milliarden Euro
  • Niederlande zahlen 3,7 Milliarden Euro
  • Italien zahlt 2,6 Milliarden Euro

Hinter Deutschland lag im letzten Jahr Großbritannien, das Frankreich als zweitgrößten Nettobeitragszahler der EU ablöste. Die Briten überwiesen im vergangenen Jahr rund 11,5 Milliarden Euro mehr nach Brüssel, als sie von dort erhielten. Das war mehr als doppelt so viel wie noch im Jahr 2014.

Wenn man allerdings die Nettozahlungen ins Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen setzt, dann sind die Niederlande mit einem Anteil von 0,54 Prozent der größte Nettozahler. Es folgen Schweden mit 0,48 Prozent und dann erst Deutschland und Großbritannien mit jeweils 0,46 Prozent.

Brexit wird teuer für Deutschland

Die hohen Zahlungen Großbritanniens an die EU waren eines der Argumente für einen Austritt des Landes aus der EU. Die Befürworter des Brexits werden den hohen britischen Nettobeitrag im Jahr 2015 nachträglich als Rechtfertigung ihres Bestrebens ansehen.

Die hohen britischen Nettozahlungen des letzten Jahres zeigen, welche Lücke der Brexit in den EU-Haushalt reißen wird. Andere Staaten müssten für die Zahlungen einspringen. Deutschland droht ein zusätzlicher Beitrag an Brüssel zwischen 2,5 und 3 Milliarden Euro.

Die EU-Kommission veröffentlichte diese Zahlen zum Haushalt 2015 auf ihrer Internetseite. Sie ist allerdings schon vor einigen Jahren dazu übergangen, keine Pressekonferenzen mehr dazu abzuhalten, weil das Thema für politischen Streit sorgen könnte.

Größte Nettoempfänger an die EU

  • Polen erhält 9,5 Milliarden Euro
  • Tschechien erhält 5,6 Milliarden Euro
  • Rumänien erhält 5,2 Milliarden Euro
  • Griechenland erhält 4,9 Milliarden Euro
  • Ungarn erhält 4,6 Milliarden Euro

Da die Beiträge der Mitgliedstaaten zum EU-Haushalt an die Entwicklung der Wirtschaftsleistung gekoppelt sind, schwanken sie entsprechend. Griechenland erhielt netto 4,9 Milliarden Euro aus Brüssel. Das waren 2,8 Prozent des griechischen Bruttonationaleinkommens.

Im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung war im letzten Jahr aber Bulgarien der größte Profiteur des EU-Haushalts. Die an Bulgarien überwiesenen Nettozahlungen von 2,3 Milliarden Euro entsprachen 5,33 Prozent seines Bruttonationaleinkommens.

Der EU-Haushalt hatte im vergangenen Jahr ein Volumen von 145 Milliarden Euro. Drei Viertel davon fließen in die Agrar- und Strukturförderung. Er wird zu mehr als 80 Prozent durch die Beiträge der Mitgliedstaaten. Weitere 13 Prozent stammen aus Eigenmitteln, vor allem aus Zolleinnahmen. Hinzu kommen auch Einnahmen aus von der EU verhängten Kartellstrafen.

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