Reportage
Berlin beschließt Toilettenpflicht für Supermärkte
Das Berliner Abgeordnetenhaus hat eine Toilettenpflicht für Supermärkte beschlossen. Die Zwangs-WCs müssen in allen Supermärkten ab 400 Quadratmeter eingebaut werden. Einkaufen in Berlin wird also künftig ein bisschen teurer.

Bald kann man in den größeren Supermärkten der Hauptstadt auf die Toilette gehen. Denn das Berliner Abgeordnetenhaus hat am Donnerstag beschlossen, dass Supermärkte mit einer Fläche von mehr als 400 Quadratmetern künftig Toiletten für ihre Kunden bereitstellen müssen.
Die Kosten tragen die Kunden
Ursprünglich hatte der SPD-CDU-Senat auch schon kleinere Läden ab 300 Quadratmetern zur Einrichtung von Kundentoiletten verpflichten wollen, berichtet die Berliner Morgenpost. Doch Oppositionsvertreter kritisierten, dass dies kleine Ladenbesitzer mit geringem Umsatz zu stark belaste.
Supermärkte ab einer Größe von 20 Meter mal 20 Meter hingegen sollen die Belastung aushalten. Die zusätzlichen Kosten für Umbau, Flächenmiete, Aufsicht und Reinigung tragen die Kunden.
Was ist der Grund für die Toilettenpflicht?
Die Politik begründet den Toilettenzwang nicht etwa mit den Obdachlosen, mit den Flüchtlingen oder mit den vielen Touristen. Der offizielle Grund für die stadtweite Ausstattung der Supermärkte mit Toiletten ist der demografische Wandel.
Der steigende Anteil älterer Berliner macht nach Ansicht der Volksvertreter die Zwangs-WCs notwendig. Auch im Bereich der Altenpflege steht Berlin vor großen Herausforderungen. Wegen des demografischen Wandels braucht Berlin zusätzlich 6.200 Altenpfleger.


