Reportage
Berlin hat schon 100 Kinderehen, Tendenz steigend
In Berlin gibt es inzwischen rund 100 registrierte Kinderehen. Meist sind es Mädchen, die mit männlichen Flüchtlingen verheiratet werden. ZDF-Moderator Claus Kleber sagt, dass Kinderehen die Mädchen schützen können.

In Berlin sind derzeit rund 100 sogenannte Kinderehen registriert. Dabei ist in der Regel die weibliche Hälfte noch jünger als 14 Jahre alt. Das Problem hat mit dem Flüchtlingszustrom Deutschland und damit auch die Bundeshauptstadt erreicht.
Schon in den Herkunftsländern werden zwölfjährige Mädchen mit älteren Männern verheiratet, berichtete die RBB-Abendschau am Dienstag. In Berlin würden die Mädchen dann von den Jugendämtern betreut.
Berlin will Kinderehen „in begründeten Fällen“ zulassen
Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (52, CDU) hat indes ein strengeres Gesetz gegen Kinderehen gefordert. Doch will er auch mehr Spielraum für Gerichte, damit sie in begründeten Fällen Ausnahmen zulassen können. Mit dem Zuzug weiterer Flüchtlinge werde sich das Problem noch verschärfen.
Zwar dürfen Ehen in Deutschland grundsätzlich erst mit der Volljährigkeit beider Ehepartner geschlossen werden. Doch in Ausnahmefällen ist eine Heirat auch schon mit 16 Jahren möglich, wenn die Eltern dem zustimmen.
Dennoch hatte das Oberlandesgericht Bamberg im Mai die Ehe einer Syrerin als wirksam anerkannt, die im Alter von 14 mit einem Cousin verheiratet worden war. In Berlin hingegen werden die Ehen von Jugendlichen dem RBB-Bericht zufolge generell nicht anerkannt.
ZDF-Moderator Claus Kleber verteidigt Kinderehen
Im ZDF heute Journal machte sich kürzlich Moderator Claus Kleber für die Kinderehe stark. Im Interview mit einer Frau, die selbst von einer Kinderehe betroffen war, fragte er: „Was soll die Antwort des Rechtsstaats sein? Die Kinder der Ehe entreißen, ohne sich lange Fragen zu stellen?“
Nach Ansicht von Claus Kleber muss eine Kinderehe auch nicht immer von Nachteil sein, weil die Mädchen durch ihren Ehemann beschützt werden können. Im staatlichen Fernsehen zitiert er eine Frau, die über ihre Zwangsehe im Nachhinein sagte: „Die Ehe war gut für mich.“


