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Reportage

Fast alle deutschen Moscheen werden von der Türkei gesteuert

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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"Kein Morden im Namen Gottes". Die türkisch-kurdisch-stämmige Berliner Rechtsanwältin und gläubige Muslimin Seyran Ates (53, links im Foto) aus Wedding fordert eine Reformierung der deutschen Moscheen: Weg mit Hasspredigern, die zu Gewalt auffordern, Zugang auch für Frauen (Demofoto vor dem Brandenburger Tor: Seyranates.de)
"Kein Morden im Namen Gottes". Die türkisch-kurdisch-stämmige Berliner Rechtsanwältin und gläubige Muslimin Seyran Ates (53, links im Foto) aus Wedding fordert eine Reformierung der deutschen Moscheen: Weg mit Hasspredigern, die zu Gewalt auffordern, Zugang auch für Frauen (Demofoto vor dem Brandenburger Tor: Seyranates.de)
"Kein Morden im Namen Gottes". Die türkisch-kurdisch-stämmige Berliner Rechtsanwältin und gläubige Muslimin Seyran Ates (53, links im Foto) aus Wedding fordert eine Reformierung der deutschen Moscheen: Weg mit Hasspredigern, die zu Gewalt auffordern, Zugang auch für Frauen (Demofoto vor dem Brandenburger Tor: Seyranates.de)
„Kein Morden im Namen Gottes“. Die türkisch-kurdisch-stämmige Berliner Rechtsanwältin und gläubige Muslimin Seyran Ates (53, links im Foto) aus Wedding fordert eine Reformierung der deutschen Moscheen: Weg mit Hasspredigern, die zu Gewalt auffordern, Zugang auch für Frauen (Demofoto vor dem Brandenburger Tor: Seyranates.de)

Deutschland hat keinen Einfluss darauf, was in deutschen Moscheen gepredigt wird. Denn fast alle Imame werden von der Türkei entsandt und bezahlt. Das liegt daran, dass Deutschland für die Besetzung der religiösen Oberhäupter kaum alternative Ansprechpartner hat, da die Moscheen von türkischen Vereinen gegründet werden.

Die türkisch-kurdisch-stämmige Weddinger Rechtsanwältin und gläubige Muslimin Seyran Ates (53) fordert dringende Änderungern in deutschen Moscheen. Hassprediger, die zu Gewalt aufrufen, dürfen keine Imame sein. Und Frauen sollten gleichermaßen Zugang zu den Gebeten haben wie Männer.

„Gründet mit mir eine liberale Moschee“, fordert sie in der Wochenzeitung DIE ZEIT.

Denn bis heute seien die meisten Moscheen weltweit konservativ bis fundamentalistisch. Zu viele predigten einen Islam von vorgestern, auch hier in Deutschland, sagte Ates. Und nur manchmal kommen die Predigten an die Öffentlichkeit, wie im Februar 2015, als in der Neuköllner Al Nur Moschee der Islamischen Gemeinschaft e.V. Berlin in der Haberstraße 3 ein ägyptischer Imam eine sexistische Predigt hielt.

Die Unterdrückung der Frau ist Hauptproblem des rückwärtsgerichteten Islam. In der Neuköllner Al Nur Moschee machte ein ägyptischer Prediger klar: "Sie sollte kochen, den Boden fegen, das Haus aufräumen." (Sreenshot der Predigt, die das konservative Washingtoner Middle East Media Research Institute (MEMRI) mit englischen Untertiteln versehen und veröffentlicht wurde)
Die Unterdrückung der Frau ist ein Hauptproblem des rückwärtsgerichteten Islam. In der Neuköllner Al Nur Moschee machte ein ägyptischer Prediger klar: „Sie sollte kochen, den Boden fegen, das Haus aufräumen.“ (Sreenshot der Predigt, die das konservative Washingtoner Middle East Media Research Institute (MEMRI) mit englischen Untertiteln versehen und veröffentlicht hat)

Der Prediger über Frauen: „Sie sollen kochen. Saubermachen. Ihr Heim herrichten. Und sich um ihren Mann, ihre Söhne und ihre Töchter kümmern. Und außerdem ist es einer Frau nicht erlaubt, sich ihrem Mann im Bett zu verweigern.“

Die Mehrzahl der über 2.000 Moscheen in Deutschland wird von türkischen Moschee-Vereinen geführt.

Die meisten Imame stammen daher aus der Türkei. Doch auch von ihnen können viele kein Deutsch, kennen Land und Leute schlecht, sagte Seyran Ates. Und stets sei der türkische Staat der Arbeitgeber.

Bedenklich. Denn Tatsache ist, dass in der Türkei zur Zeit ein rückwärtsgerichteter Islam auf dem Vormarsch ist und Präsident Erdogan immer autokratischer herrscht.

Am 20. Mai 2016 hat das türkische Parlament die Immunität von einem Viertel der Abgeordneten aufgehoben und sich dadurch quasi selbst entmachtet.  „Mit einem europäischen Demokratieverständnis ist das kaum vereinbar“, kommentiert Christine Romann vom Magazin Kulturzeit des Fernsehsenders 3sat. „Moderne und freiheitsliebende Muslime sind in Europa heimatlos“, sagte Seyran Ates. Ihr Traum: Eine demokratietreue Moschee in Berlin zu schaffen.

 

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Thomas Breithaupt

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